Kurz vorgestellt: Columbia University

Die private Columbia University in New York City (Manhattan) zählt zu den acht Ivy League-Universitäten und damit auch zu den renommiertesten Hochschulen weltweit. Sie ist bekannt für ein anspruchsvolles Studium und Spitzenleistungen in der Wissenschaft. Anders als der lokale Rivale, die New York University (NYU), verfügt sie über einen sehr schönen, traditionellen Campus in der Upper West Side (Morningside Heights), einer hübschen, recht wohlhabenden und ziemlich sicheren Gegend unweit des Central Park. Fast alle Bachelorstudenten wohnen während der gesamten vier Jahre auf dem Campus, und auch viele Professoren haben ihre Apartments in der näheren Umgebung. Dadurch entsteht ein starkes Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeits-gefühl unter den rund 26.000 Studierenden (davon rund 8.000 im Bachelorstudium).

Zwei Jahre Studium Generale: Das Core Curriculum

Für das Bachelorstudium ist vor allem das Columbia College zuständig, das rund 60 Studienfächer in den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften anbietet. Das wichtigste Merkmal des Bachelorstudiums an Columbia ist das sogenannte Core Curriculum, auf das die Universität sehr stolz ist. „Core Curriculum“ bedeutet, dass alle Studierenden in den ersten zwei Studienjahren in kleinen, diskussionsorientierten Seminaren mit max. 25 Teilnehmern die gleichen Texte aus verschiedenen Fachbereichen (z.B. Literatur, Naturwissenschaft, Fremdsprachen etc.) lesen und besprechen – unabhängig von ihrem späteren Hauptfach. Dieses Studium Generale soll der Allgemeinbildung dienen und die kritische Reflexion über Fächergrenzen hinweg (interdisziplinär) fördern, so dass die Absolventen der Universität „well-rounded persons“ sind. Erst am Ende das zweiten Studienjahres wählen die Columbia-Studenten ihr Hauptfach, in dem sie dann rund 10 Kurse belegen. Das Studium gliedert sich also wie folgt: ein Drittel Core Curriculum, ein Drittel Hauptfach, ein Drittel Kurse nach Wahl, „concentrations“ oder ein zweites Hauptfach („double major“).

DSC03602Die Qualität des Studiums ist durch die Bank hervorragend. Die besten Angebote finden sich in Anglistik, Geschichte, Politikwissenschaft und Psychologie. Bei den Naturwissenschaften stechen insbesondere Chemie und Biologie hervor. Darüber hinaus stehen Kurse in 40 verschienden Fremdsprachen zur Auswahl, darunter Serbokroatisch, Usbekisch oder Hausa. Besonders der Fachbereich für Ostasiatische Sprachen und Kulturen sucht weltweit seinesgleichen. Zudem bietet Columbia zahlreiche anspruchsvolle Fächerkombinationen wie z.B. Philosophie/VWL oder Biologie/Psychologie. Für die bildenden Künste gehört die Universität zwar nicht zu den ersten Adressen, aber dafür ist das Angebot im Bereich Musik fast unschlagbar, nicht zuletzt aufgrund der Möglichkeit, parallel zum Studium Instrumentalunterricht an der berühmten Juilliard School of Music zu nehmen oder sogar einen Doppelabschluss (Bachelor of Arts/Master of Music) von beiden Institutionen zu erwerben. Wer sich allerdings für BWL (Business Management) interessiert, ist an Columbia falsch, denn wie an vielen anderen Elitehochschulen der USA wird dieses Fach als Bachelorstudiengang gar nicht angeboten, sondern erst im Masterstudium. An Columbia gibt es Business lediglich als „concentration“, also nicht als vollwertiges Hauptfach. Dabei handelt es sich um einige BWL-Kurse, die von der Columbia Business School speziell für das Bachelorstudium konzipiert werden. (Die Nummer Eins in Sachen Undergraduate Business in New York ist die Stern School of Business an der NYU.)

Neben der Qualität der akademischen Ausbildung an Columbia bietet natürlich auch der Standort New York City zahlreiche Vorteile, insbesondere in Bezug auf Jobs und Praktika. Die Universität verfügt über hervorragende „Career Services“, die den Studenten bei der Suche nach Praktikumsplätzen in NCY und darüber hinaus behilflich sind. Auch Internationalität ist ein Merkmal des Studiums an Columbia. Nicht nur dass die Hochschule viele Bewerber aus dem Ausland anzieht, auch rund ein Drittel der Columbia-Studenten verbringt während ihres dritten Studienjahres eine Zeit im Ausland. New York City ist bekanntermaßen ein sehr teures Pflaster, aber durch die Unterbringung in den Wohnheimen auf dem Campus sind die Studenten vor den hohen Mieten in Manhattan geschützt; außerdem gibt es etliche Studentenrabatte, z.B. über die „Columbia University Arts Initiative“, über die Columbia-Studenten vergünstigte Tickets für Kulturveranstaltungen bekommen können.

Stipendien für ausländische Studenten

DSC03601Die Studienkosten an Columbia betragen jährlich rund 62.000 US-Dollar (einschließlich Unterbringung auf dem Campus und Verpflegung). Gleichzeitig vergibt die Universität aber auch zum Teil sehr hohe Stipendien bis hin zur Übernahme der kompletten Kosten – und zwar auch für internationale Bewerber! Bei diesen Finanzhilfen handelt es sich um „need-based aid“, d.h. die Förderung beruht allein auf finanzieller Bedürftigkeit. Wer sich dafür bewerben will, muss zusammen mit der Bewerbung die finanzielle Situation der Familie offen legen, ähnlich wie beim Bafög in Deutschland. Im Falle einer Zulassung übernimmt die Universität dann die Differenz zwischen dem, was die Familie selbst zahlen kann und dem, was es insgesamt kostet. Anders ausgedrückt: Wer das Studium bezahlen kann, muss auch zahlen und bekommt kein Stipendium. Wer nicht (alles) zahlen kann, wird unterstützt. Der Haken für ausländische Bewerber ist natürlich, dass die Zahlungsfähigkeit eine gewisse Rolle bei der Zulassungsentscheidung spielt, d.h. je mehr Geld man von der Universität benötigen würde, desto unwiderstehlicher muss die Bewerbung sein. Also noch unwiderstehlicher als sie bei der großen Konkurrenz ohnehin schon sein muss.

Denn die Zulassung zu Columbia ist extrem schwierig. Im letzten Jahr (2014) lag die Zulassungsquote unterhalb 7 Prozent. Neben herausragenden Schulnoten und Top-Scores in den Sprach- und Eignungstests (TOEFL und SAT plus 2 SAT Subject Tests oder alternativ den ACT Plus Writing) ist auch noch ein hohes Maß an „Involvement“ in einem oder mehreren außerschulischen Bereichen gefragt. Dazu am besten noch Preise in Wettbewerben wie Jugend forscht usw. Viel hängt auch von den Bewerbungsessays und den Empfehlungsschreiben der Lehrer ab. Eine interessante und vielseitige Persönlichkeit sowie charakterliche Reife  sind ebenfalls wichtig. Worauf die Universität bei der Zulassung alles achtet, kann man hier nachlesen.

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Fotos: (c) Carsten Bösel

SAT und ACT in Deutschland: Termine 2018-2019

Im Herbst 2018 geht es bei der Bewerbung an US-Colleges und Universitäten in die nächste Runde. Wer dabei sein will, muss fast immer auch einen der beiden Studierfähigkeitstests SAT oder ACT absolvieren. Beide Tests werden von allen US-Hochschulen als gleichwertig akzeptiert und zum Glück auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten. Hier ein Überblick über die kommenden Termine und Fristen.


SAT-Termine (jeweils General Test und Subject Tests) (Was sind SAT Subject Tests?)

  • 6. Oktober 2018 (Anmeldeschluss: 7. September 2018)
  • 1. Dezember 2018 (Anmeldeschluss: 2. November 2018)
  • 9. März 2019 (Anmeldeschluss: 8. Februar 2019)
  • 4. Mai 2019 (Anmeldeschluss: 5. April 2019)

Zur Anmeldung hier klicken (ausschließlich online). Der SAT kann in Deutschland abgelegt werden in Augsburg, Baumholder (bei Kaiserslautern), Berlin, Bonn, Bremen, Düsseldorf, Erlangen, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Hohenfels (bei Regensburg),  Kaiserslautern, Kandern (bei Basel), München, Salem, Stuttgart, Vilseck, Wiesbaden. In Österreich: Wien, Salzburg, St. Gilgen. In der Schweiz: Basel, Chesières, Genf, Hasliberg, Leysin, Zürich, Zug, Zuoz.

Der SAT-Test kostet international zurzeit 100 US-Dollar (inkl. der Essay-Komponente).


ACT-Termine (jeweils mit der optionalen Writing-Komponente)

  • 9. Juni 2018 (Anmeldeschluss: 4. Mai 2018)

WICHTIG: Zum Herbst 2018 stellt ACT international auf computer-based testing (CBT) um, d.h. außerhalb der USA kann der ACT nur noch am Computer abgelegt werden, nicht mehr wie bislang mit Papier und Bleistift. An den Inhalten des Tests ändert sich jedoch nichts, nur an der Art der Durchführung! Allerdings gibt es zurzeit unter vielen Testzentren (zumeist internationale Schulen) große Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit, da viele noch nicht über die technischen Voraussetzungen verfügen. Insofern steht zurzeit noch nicht fest, welche Testzentren im Herbst tatsächlich schon so weit sind, den computer-based ACT anzubieten. Wenn alles gut läuft, bringt die Umstellung jedoch eine Vervielfachung der verfügbaren Testtermine, da der ACT künftig freitags und samstags angeboten werden soll, und zwar jeweils einmal vormittags und einmal nachmittags. Das heißt statt bisher jährlich 5 Termine können es im Idealfall künftig bis zu 24 Termine im Jahr sein. Angesetzt sind die folgenden Tage:

  • 7. und 8. September 2018
  • 26. und 27. Oktober 2018
  • 7. und 8. Dezember 2018
  • 8. und 9. Februar 2019
  • 12. und 13. April 2019
  • 7. und 8. Juni 2019

Zur Anmeldung hier klicken (ausschließlich online). Der ACT kann (bislang) in Deutschland abgelegt werden in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Freiburg, Hamburg, Kandern, Münster, Oberursel, München, Stuttgart, Vilseck. In Österreich: Wien. In der Schweiz: Genf, Lausanne, Leysin, Lugano, Neuchatel, Rolle, Villars Sur Ollon, Zürich, Zuoz.

Der ACT-Test kostet international zurzeit 120 US-Dollar (inkl. der Writing-Komponente).


Vorbereitung auf die Tests

Für den SAT bietet das College Board in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Weiterbildungsanbieter Khan Academy im Internet umfangreiche kostenlose Materialien zur Vorbereitung an, einschließlich mehrerer vollständiger Probetests mit persönlicher Auswertung. Eine tolle Sache! Siehe hier: www.khanacademy.org/sat

Im März 2018 hat ACT nachgezogen und die kostenlose Online-Übungsplattform „ACT Academy“ veröffentlicht. Siehe hier: academy.act.org. Allerdings enthält diese Plattform bislang nur einen einzigen ACT-Probetest, und im Gegensatz zum SAT-Angebot von College Board/Khan wurden die Übungsmaterialien und -videos nicht eigens zur Vorbereitung auf den ACT konzipiert, sondern aus bereits vorhandenen Quellen (vor allem YouTube) zusammengestellt. Somit bleibt die ACT Academy aus meiner Sicht weit hinter der Khan Academy zurück – aber einen Blick ist sie natürlich trotzdem wert!

Darüber hinaus empfehle ich die folgenden Bücher:

Als Vorbereitung unbedingt sehenswert sind auch die folgenden, jeweils knapp einstündigen Webinare: The International Student Guide to the rSAT und Demystifying the ACT for International Students. Meine wunderbare Kollegin Dr. Megan Stubbendeck von den Testprep-Experten bei ArborBridge in Kalifornien erläutert ausführlich, worum es bei den beiden Tests geht: Wie sind sie aufgebaut, welche Inhalte sind in den einzelnen Abschnitten zu erwarten, und womit könnten insbesondere Nicht-Amerikaner besondere Schwierigkeiten haben? Gegen Ende vergleicht sie auch den rSAT mit dem ACT und gibt Tipps, welcher der beiden Tests die bessere Wahl sein könnte:

The International Student Guide to the rSAT:

Demystifying the ACT for International Students:

Online-Vorbereitung mit persönlichen Tutoren

Die Tutoren von ArborBridge sind auch erste Wahl für alle, die sich lieber unter persönlicher Anleitung vorbereiten möchten und auf der Suche nach Kursen  oder Einzelunterricht sind. Gute SAT-Kurse oder ACT-Kurse sucht man in Deutschland nämlich mangels großer Nachfrage meist vergeblich. Dank Internet ist das aber heutzutage kein Problem mehr, denn moderne Technologien wie Videochat und Desktop-Sharing ermöglichen die Zusammenarbeit mit den besten Testprep-Tutoren weltweit – und zwar bequem von zuhause aus. ArborBridge hat das Online-Tutoring perfektioniert: Ausgehend von einer detailierten Analyse der Stärken und Schwächen wird ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm zusammengestellt, inklusive persönlichem Tutor, mehreren Probetests und regelmäßiger Überprüfung des Lernfortschritts. Mehr dazu hier. Auf Wunsch arrangiere ich gerne einen kostenlosen Diagnostic Test mit individueller Auswertung und/oder eine rund 30-minütige kostenlose Demonstration des Unterrichts. Überzeugen Sie sich selbst und vereinbaren Sie eine kostenlose Probestunde!

Medizinstudium in den USA: Schlechte Chancen für internationale Studierende

Immer wieder höre ich von Schülern und Abiturienten, dass sie gerne in den USA Medizin studieren möchten. Kein Wunder, denn die amerikanischen Medical Schools haben weltweit einen hervorragenden Ruf – und die Studienplätze in Deutschland sind bekanntlich extrem knapp. Allerdings gibt es dabei gleich mehrere Haken: Denn erstens ist es in den USA nicht möglich, Medizin direkt im Anschluss an die Schule zu studieren. Voraussetzung für die Zulassung zum Medizinstudium ist nämlich ein abgeschlossenes Bachelorstudium. Das heißt: Angehende Ärzte müssen zunächst vier Jahre lang das College besuchen, um sich eine breite Allgemeinbildung und erstes Fachwissen in einem bestimmten Bereich anzueignen. Das kann eine einzelne Naturwissenschaft oder eine Kombination aus mehreren sein (was dann häufig „pre-medicine“ genannt wird), aber auch mit den Fächern Geschichte oder Literaturwissenschaft verbaut man sich keineswegs den Weg zur Medical School. Mit der ersten Phase des deutschen Medizinstudiums, dem Physikum, hat das Ganze jedenfalls kaum etwas zu tun.

Erst nach dem Bachelorabschluss ist also eine Bewerbung an einer medizinischen Hochschule möglich. Dort dauert das Studium dann noch einmal vier Jahre und schließt mit dem „Doctor of Medicine“ (M.D.) ab. Und hier kommt der zweite Haken: Die Konkurrenz um diese Studienplätze ist in den USA ungefähr genauso riesig wie bei uns. Wählt man also im Bachelorstudium das Fach „pre-medicine“, ist alles andere als sicher, dass es hinterher tatsächlich mit dem eigentlichen Medizinstudium weitergeht. Viele Amerikaner warten jahrelang, bis sie endlich einen Platz an einer der 130 Medical Schools des Landes ergattern. Zwar gibt es auch rund drei Dutzend Kombi-Programme, die bei guten Noten nach nur drei Jahren Bachelorstudium einen fließenden Übergang ins Medizinstudium bieten. Doch die Konkurrenz um einen Platz in diesen „accelerated programs“ ist noch viel größer. (Die Brown University zum Beispiel bietet ein solches Program in Liberal Medical Education an – als einzige Ivy League-Universität übrigens. Zulassungsquote zuletzt: 100 von 2886 Bewerbern, also knapp 3,5 Prozent.)

Für Ausländer gibt es darüber hinaus noch einen dritten Haken, denn viele US Medical Schools nehmen überhaupt keine Bewerbungen von Nicht-Amerikanern an (hier eine Liste, siehe Punkt 6: „Non-US citizens“). Und selbst wo dies möglich ist, ist der Prozentsatz der angenommenen ausländischen Bewerber mit durchschnittlich rund 3% verschwindend gering. Meistens muss man mindestens ein Jahr an einem US-College studiert haben oder seinen festen Wohnsitz in den USA haben, um überhaupt in Frage zu kommen. Deutsche Abiturienten, die Medizin in den USA studieren möchten, müssten also zunächst 4 Jahre lang einen Bachelor an einer US-Hochschule machen und sich dann mit minimalen Erfolgschancen an einer medizinischen Hochschule bewerben, um dort noch einmal 4 Jahre zu studieren. Ist das ein guter Plan? Mit Sicherheit nicht. Sinnvoller ist es, das Medizinstudium in Deutschland zu absolvieren und anschließend die Facharztausbildung (residency) an einem US-Universitätsklinikum zu machen. Hier haben auch Ausländer gute Chancen, und es gibt gut organisierte Verfahren für die Bewerbung. Für eine medizinische Ausbildung in den USA muss also das Sprichwort gelten: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

USA-Stipendien vom DAAD: Worauf es bei der Bewerbung ankommt

Studieren in den USA oder Kanada ist teuer. Zum Glück gibt es zahlreiche Stipendien, mit denen man zumindest einen Aufenthalt von ein oder zwei Semestern finanzieren kann. Zu den renommiertesten Förderprogrammen dieser Art zählen die Jahresstipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Diese Stipendien stehen Studierenden aller Fachrichtungen offen und werden für alle Weltregionen angeboten, also auch für Nordamerika. Wer ein solches Jahresstipendium ergattert, bekommt derzeit zwei Semester lang jeden Monat 925 Euro (USA) bzw. 775 Euro (Kanada) für die Lebenshaltungskosten sowie einen Zuschuss zu den Studiengebühren (max. 18.000 Euro/Jahr). Außerdem sind die Stipendiaten während ihres Aufenthalts versichert und können einen Reisekostenzuschuss beantragen. Und der Name DAAD macht sich natürlich sehr gut im Lebenslauf.

Wer sich für ein solches Stipendium bewerben möchte, muss zum Zeitpunkt der Bewerbung mindestens im zweiten Fachsemester sein. Es geht also nicht direkt nach dem Abitur, und auch nicht für ein komplettes Studium im Ausland! Die Stipendien werden in einer Leistungskonkurrenz vergeben, das heißt es kommt vor allem auf gute bis sehr gute Noten, gute Englischkenntnisse, eine überzeugende Begründung für den Auslandsaufenthalt sowie ein gutes Empfehlungsschreiben von einem Hochschullehrer bzw. einer Hochschullehrerin an. (Näheres zu den Bewerbungsmodalitäten hier.) Außerdem muss man sich den Studienplatz in den USA oder Kanada selbst besorgen – der DAAD vermittelt also keine Studienplätze im Ausland, sondern sorgt „nur“ für das Finanzielle. Dennoch gibt es eine lange Vorlaufzeit: Wer zum September (Fall Term) nach Nordamerika will, muss bereits am 15. Juli des Vorjahres (also 15 Monate im voraus) die Bewerbung beim DAAD einreichen.

Zunächst wird anhand der schriftlichen Unterlagen eine Vorauswahl getroffen; die verbliebenen Bewerber werden dann noch zu einem mündlichen Vorstellungsgespräch zum DAAD nach Bonn eingeladen. Worauf es bei der Nordamerika-Bewerbung im Allgemeinen und bei diesen persönlichen Auswahlgesprächen im Besonderen ankommt, ist im folgenden Video zu sehen, dass eine ehemalige DAAD-Stipendiatin produziert hat. Mut macht aus meiner Sicht vor allem folgende Feststellung: „Die Chancen auf ein DAAD-Stipendium sind gar nicht so schlecht. In der Regel können wir jedem dritten oder vierten Bewerber ein Stipendium verleihen.“

 

TOEFL und IELTS im Vergleich: Was sind die Unterschiede?

Wer in den USA oder Kanada studieren möchte, muss bei der Bewerbung gute Englischkenntnisse nachweisen. Doch die Schulnoten allein genügen nicht. Auch mit den verschiedenen Kompetenzniveaus aus dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (B1, B2, C1 usw.) können Universitäten in Nordamerika herzlich wenig anfangen. Sie möchten fast immer ein Ergebnis aus einem standardisierten Sprachtest sehen, mit dem sie vertraut sind. Und das war bis vor einigen Jahren vor allem der „Test of English as a Foreign Language“, kurz TOEFL. Mittlerweise hat sich jedoch ein weiterer Englischtest etabliert, der ebenfalls fast überall in den USA und Kanada akzeptiert wird, das „International English Language Testing System“, kurz IELTS. Ausländische Bewerber haben also die Wahl zwischen den beiden Tests. TOEFL oder IELTS: Was sind die Unterschiede? Welcher ist schwerer? Hier ein kleiner Vergleich.

Akademisches Englisch ist gefragt

Zunächst zu den Gemeinsamkeiten: Beide Tests fragen die vier grundlegenden Sprachfertigkeiten ab: Leseverständnis, Hörverständnis, schriftlicher Ausdruck und mündlicher Ausdruck. Das heißt man muss Texte lesen, Vorlesungen und Dialoge anhören und dazu jeweils Fragen beantworten. Außerdem muss man einen kurzen Essay zu einem vorgegebenen Thema verfassen und selbst ein wenig sprechen. Die Texte und Hörbeispiele stammen aus dem akademischen Kontext und handeln zum Beispiel vom geologischen Prozess der Wüstenbildung oder den psychologischen Grundlagen aggressiven Verhaltens. Das ist also gehobenes Niveau, wie es im Studium erwartet wird. Vorkenntnisse braucht man keine, wohl aber einen guten Wortschatz. Bei den Dialogen handelt es sich oft um Gespräche zwischen Professoren und Studierenden.

Auch was die Gebühren betrifft, nehmen sich TOEFL und IELTS nicht viel. Der TOEFL kostet in Deutschland zurzeit 245 US-Dollar, der IELTS 220 Euro (Stand: April 2016). Beide Tests werden mehrmals pro Monat an zahlreichen Orten in Deutschland angeboten. Die Anmeldung läuft in beiden Fällen über das Internet: Für den TOEFL beim Veranstalter ETS und für den IELTS beim British Council. Die Ergebnisse werden anschließend elektronisch an die Universitäten übermittelt, bei denen man sich bewerben möchte. Durchfallen kann man übrigens bei keinem der beiden Tests; es kann höchstens sein, dass die erreichte Punktzahl den Anforderungen der Unis nicht genügt.

American English vs. World English

Und damit sind wir auch schon bei den Unterschieden. Denn während die Punkteskala beim TOEFL bis zur Höchstpunktzahl von 120 Punkten reicht, misst der IELTS die Sprachkompetenz in sogenannten „Bändern“, wobei Band 9.0 („expert user“) das beste Ergebnis darstellt. Die meisten Hochschulen in den USA und Kanada erwarten von ausländischen Bewerbern mindestens 79 Punkte im TOEFL und 6.5 im IELTS. Oft sind es jedoch auch mindestens 100 Punkte oder ein Ergebnis im Band 7.0-8.0, insbesondere an den renommierteren Hochschulen. Eine Tabelle zur Umrechnung von TOEFL- und IELTS-Ergebnissen gibt es hier.

Auch beim Testablauf gibt es einige Unterschiede. Der TOEFL wird in Deutschland ausschließlich in der „Internet-based testing“-Variante (iBT) angeboten, d.h. der gesamte Test wird am Computer durchgeführt. Beim IELTS hingegen arbeitet man nach wie vor ganz altmodisch mit Stift und Papier. Zudem ist der TOEFL fast durchweg im Multiple-Choice-Format gehalten, während im IELTS auch andere Testformen zum Einsatz kommen, z.B. Beschriften von Grafiken oder Vervollständigen von Diagrammen. Außerdem überwiegt bei den Hörbeispielen im TOEFL das amerikanische Englisch. Das ist kaum überraschend, schließlich stammt der Test aus den USA. Der IELTS hingegen wurde von einem internationalen Verbund unter britischer Führung entwickelt. Daher wurde von Anfang an Wert darauf gelegt, das gesamte Spektrum des Englischen abzubilden, wie es in der Welt gesprochen wird. Im IELTS hört man folglich lupenreines British English, aber auch Hörbeispiele von australischen oder kenianischen Sprechern. Wer also mit amerikanischem English am besten klarkommt, ist vielleicht mit dem TOEFL besser bedient.

Der mündliche Teil: Mensch oder Maschine?

Der entscheidende Unterschied zwischen TOEFL und IELTS betrifft jedoch die „Speaking“-Komponente, also den mündlichen Ausdruck. Beim TOEFL läuft das sehr unpersönlich ab: Man bekommt am Bildschirm eine Frage gestellt, hat kurz Zeit, sich Notizen zu machen und spricht dann die Antwort (2-3 Minuten) in ein Mikrofon, also quasi ins Nichts. Es gibt keinen Gesprächspartner. Das Gesagte wird digital gespeichert und anschließend anonym ausgewertet. Und damit im Raum nicht alle Testteilnehmer gleichzeitig reden, wird dieser Abschnitt zeitlich versetzt durchgeführt, so dass eigentlich immer irgendjemand gerade in sein Mikrofon spricht. Viele empfinden das als etwas störend.

Beim IELTS ist die Kommunikationssituation viel natürlicher gestaltet: Man sitzt circa 15 Minuten mit einem Prüfer oder einer Prüferin aus Fleisch und Blut zusammen und führt ein echtes Gespräch, in dem es hin und her geht, Nachfragen gestellt werden usw. (hier ein Hörbeispiel). Allerdings entscheidet diese eine Person dann auch über die Bewertung, und wie immer bei der menschlichen Kommunikation können Körpersprache, Stimmungslage oder (z.T. unbewusste) Sympathien und Antipathien einen Einfluss haben. Außerdem finden diese Gespräche nicht während des Tests statt, sondern im Anschluss. Je nach Anzahl der Testteilnehmer kann es sein, dass man lange warten muss, bis man dran ist. Bis dahin kann die Konzentration schon futsch sein. Und obwohl der IELTS auf dem Papier mit einer reinen Testdauer von 2 Stunden 45 Minuten kürzer ist als der TOEFL (4 Stunden), kann er je nach Wartezeit auch mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Deutsche schneiden bei TOEFL und IELTS gut ab

Es ist folglich schwer, eine allgemeine Empfehlung auszusprechen. Welcher der beiden Tests einem mehr liegt, muss jede/r selbst entscheiden. Und auch die Frage, welcher Test denn nun schwieriger ist – TOEFL oder IELTS – muss unbeantwortet bleiben, denn die Antwort hängt natürlich davon ab, auf welchem Niveau sich die eigenen Englischkenntnisse bewegen. Rein statistisch schneiden die Deutschen bei beiden Tests im Durchschnitt sehr gut ab, in Europa sind nur die Holländer besser. Dies deckt sich auch mit meinen persönlichen Erfahrungen aus der Studienberatung.

Vorbereitung auf TOEFL und IELTS

Aber auch wenn beide Tests für die meisten Abiturienten und Studierenden definitiv machbar sind, sollte man sich vorab zumindest mit dem Testformat einigermaßen vertraut machen und ein paar Übungstests durchgehen, um im Testzentrum keine bösen Überraschungen zu erleben. Oft genügt es, sich ein Buch mit Erläuterungen, Übungen und Probetests zuzulegen. Hier empfehle ich die offiziellen Vorbereitungsmaterialien der jeweiligen Testveranstalter, denn nur dort sind Beispiele aus den echten Tests enthalten. Immer liegt auch eine CD oder DVD bei, mit der man den Test am Computer durchspielen kann – genau wie später im Testzentrum.

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Schüler bekommt Zusage für alle acht Ivy League Universitäten

Wow. Wie Spiegel Online heute berichtet, ist es dem 17-jährigen Schüler Harold Ekeh aus New York gelungen, an allen acht Ivy League-Universitäten angenommen zu werden, außerdem noch am MIT und der Johns Hopkins University. Das ist natürlich eine Riesenleistung, insbesondere wenn man bedenkt, dass Harold erst mit acht Jahren mit seinen Eltern aus Nigeria in die USA gekommen ist. Dieser familiäre Hintergrund und die damit verbundenen Schwierigkeiten, die er überwinden musste, haben ohne Frage bei der Zulassungsentscheidung eine Rolle gespielt. Aber natürlich hatte Harold auch hervorragende Noten und Testergebnisse sowie ein beeindruckes außerunterrichtliches Engagement vorzuweisen. Unter anderem kam er bei einem landesweiten Wettbewerb zur Alzheimerforschung bis ins Halbfinale. Also: Respekt!

Als Studienberater frage ich mich allerdings, welche Bewerbungsstrategie der Schüler verfolgt hat, außer es einfach wahllos überall bei den „Großen“ zu versuchen. Denn die Ivy-League Universitäten sind eigentlich zu unterschiedlich und im Bachelorstudium teilweise gegensätzlich strukturiert, als dass man sich für alle gleichermaßen begeistern kann – es sei denn man schaut nur auf das Prestige. An der Columbia University zum Beispiel müssen alle Bachelorstudenten zunächst zwei Jahre lang ein relativ rigides „Core Curriculum“ durchlaufen, bevor sie sich mit ihrem eigentlichen Hauptfach befassen dürfen. Brown dagegen ist für sein „Open Curriculum“ bekannt, also das genaue Gegenteil: Hier dürfen die Bachelorstudenten ihre Kurse von Anfang an völlig frei wählen. Außerdem gilt Brown als sehr linksliberal, während beipielsweise an Dartmouth eine sehr konservativ-traditionelle Campus-Atmosphäre vorherrscht. Wer sich für ein Studium in der Großstadt etwa an Columbia oder UPenn begeistert, kann der ländlichen Isolation von Cornell in der Regel nicht viel abgewinnen. Und so weiter.

Entscheidend für den Bewerbungserfolg an selektiven US-Hochschulen ist es darzulegen, dass Hochschule und Bewerber in vielerlei Hinsicht perfekt zueinander passen („match“). Wer gut zu Yale passt, passt nicht unbedingt gut zu Brown. Wenn es dennoch im Ausnahmefall gelingt, alle Eliteuniversitäten gleichzeitig zu überzeugen – wunderbar. Aber als allgemeine Bewerbungsstrategie würde ich das  nicht empfehlen, sondern eher auf eine nach mehreren Kriterien sorgfältig zusammengestellte College-Liste setzen, die vor allem inhaltlich gut durchdacht ist und nicht nur auf die großen Namen setzt.

consultUS auf der Study World 2015

In Kürze steht Berlin ein rundes Jubiläum ins Haus: Vom 24. bis 25. April öffnet die studyworld, die internationale Messe für Studium, Praktikum und akademische Weiterbildung, zum zehnten Mal ihre Tore. Und wie bereits in den vergangenen Jahren werde ich auch diesmal wieder als Berater für den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) dabei sein. Am DAAD-Stand gibt es viel Zeit für persönliche Beratung zum Auslandsstudium und den verschiedenen Fördermöglichkeiten. Natürlich stehe ich insbesondere für Fragen zum Studium in den USA und Kanada gerne zur Verfügung.

Außerdem werde ich auch wieder einige Vorträge halten und einen interessanten Film präsentieren:

  • Das Personal Statement: Überzeugende Motivationsschreiben für die Bewerbung an englischsprachigen Hochschulen verfassen (Freitag, 24.04., 11.15-12.00 Uhr)
  • Studieren in den USA: Sprach- und Eignungstests beim Bewerbungsverfahren an amerikanischen Universitäten (Freitag, 24.04., 15.15-16.00 Uhr)
  • „Unter den Besten – ein Deutscher in Yale“: Ein Dokumentarkurzfilm von Michaela Krause (Samstag, 25.04., 10.15-11.00 Uhr)

Die Messe findet wie immer im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur (RHWK) in der Friedrichstr. 176-179 statt. Vielleicht sieht man sich!

Foto: Mark Bollhorst, (c) ICWE GmbH