Einmal Karibik und zurück: Studium und Praktikum in USA kombinieren

Es könnte so einfach sein: ein Gastsemester in den USA, vorher vielleicht noch ein Sprachkurs vor Ort, nebenbei jobben und anschließend ein Praktikum bei einem amerikanischen Unternehmen – und alles mit ein und demselben Visum. Doch leider gehören einfache und flexible Lösungen nicht zu den größten Stärken des US-Einwanderungsrechts. Insbesondere die Kombination von Studium und Arbeit ist nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Hier ein kleiner Wegweiser durch die begrenzten Möglichkeiten. Ich warne schon mal vor, es wird etwas technokratisch.

Unterschiedliche Visumskategorien

Zunächst: Wer in den USA einen Sprachkurs belegen, studieren oder arbeiten will, benötigt fast immer ein Visum. Je nachdem, um welches Vorhaben es sich handelt, gibt es unterschiedliche Visumskategorien. Für einen Sprachkurs oder ein selbstorganisiertes Studium wird in der Regel ein F-1 Studentenvisum ausgestellt. Kommt der Aufenthalt durch eine Kooperation zwischen der deutschen und der US-Hochschule zustande, kann es auch ein J-1 Austauschbesuchervisum sein. In beiden Fällen stellt die gastgebende amerikanische Sprach- oder Hochschule nach erfolgter Zulassung ein Visumsvordokument aus, das später bei der Beantragung des jeweiligen Visums im US-Konsulat vorgelegt werden muss.

Für ein Praktikum (internship) wird in aller Regel ein J-1 Austauschbesuchervisum benötigt. Aber Achtung, jetzt wird’s schon kompliziert: Denn die Kategorie J-1 umfasst mehrere Unterkategorien. Ein J-1 Visum in der Kategorie „student“ (siehe oben) ist nicht das gleiche wie eines in der Kategorie „intern“. Außerdem wird das benötigte Vordokument nicht vom US-Arbeitgeber ausgestellt, sondern von einem „legal sponsor“, d.h. einer vom US-Außenministerium autorisierten Mittlerorganisation. Wie das genau funktioniert, könnt ihr hier nachlesen. Wir halten fest: Sprachkurs/Studium und Praktikum/Arbeiten sind einwanderungsrechtlich gesehen zwei Paar Schuhe und nicht ohne weiteres kombinierbar.

Praktikum im oder nach dem Studium

Ein paar Möglichkeiten gibt es aber doch. Zum Beispiel dürft ihr mit dem Studenten- oder Austauschbesuchervisum bis zu 20 Std./Woche auf dem Campus der US-Gasthochschule arbeiten, sei es in der Bibliothek, in der Cafeteria oder auch bei McDonald’s, falls es eine Filiale auf dem Campus gibt. Solche Jobs sind allerdings für ausländische Gaststudierende nicht leicht zu finden, denn oft ist eine längerfristige Beschäftigung erwünscht. Außerdem dürfte bei einem Semesteraufenthalt kaum Zeit für einen Nebenjob sein. Ein Praktikum im Anschluss an den Studienaufenthalt ist daher die bessere Option.

Am einfachsten habt ihr es, wenn ihr mindestens zwei Semester in den USA studiert. Denn dann bietet das F-1 Visum die Möglichkeit eines studienbezogenen Praktikums, das entweder als „Optional Practical Training“ (OPT) oder „Curricular Practical Training“ (CPT) bezeichnet wird. Das OPT kann maximal 18 Monate, das CPT maximal 12 Monate dauern – in keinem Fall aber länger als die Studienzeit. Das heißt wer zwei Semester an einer US-Hochschule verbringt, kann auch „nur“ ein maximal neunmonatiges Praktikum dranhängen. Bevor es losgehen kann, benötigt ihr die Zustimmung der US-Hochschule und die Genehmigung des Department of Homeland Security.

Auch diejenigen, die mit einem J-1 Austauschbesuchervisum in den USA studieren, können im Anschluss ein studienbezogenes Praktikum absolvieren, das dann als „Academic Training“ bezeichnet wird und maximal 12 Monate dauern darf.  Oft müsst ihr auch bei dieser Variante mindestens zwei aufeinanderfolgende Semester an der US-Gasthochschule studieren, bevor ihr diese Option wahrnehmen könnt. Und wiederum benötigt ihr die Zustimmung der Hochschule und des Department of Homeland Security.

Kurzaufenthalte: Sprachkurs/Gastsemester plus Praktikum in den USA

Wie sieht es nun aber für diejenigen aus, die einen Sprachkurs belegen oder nur ein Semester in den USA studieren wollen oder können? In diesem Fall gibt es die Optionen OPT, CPT und Academic Training in der Regel nicht. Sprachkurs/Studium und Praktikum müssen daher getrennt voneinander – und das heißt: über zwei verschiedene Visumskategorien – organisiert werden. Wer mit sich mit einem F-1 Visum in den USA aufhält, kann sich vor Ort ein Praktikum organisieren und dann bei den US-Einwanderungsbehörden eine Statusanpassung, d.h. einen Wechsel von Kategorie F-1 zur Kategorie J-1 („intern“) beantragen. Das kostet aber richtig Geld ($340) und dauert oft Wochen, wenn nicht Monate. Bevor der Antrag nicht genehmigt ist, kann es mit dem Praktikum nicht losgehen.

Die bessere Option ist daher, Sprachkurs/Studium und Praktikum bereits von Deutschland aus klar zu machen und beide Visa (F-1 und J-1 Intern) gleichzeitig zu beantragen. Das geht. Allerdings müsst ihr dann zwischen den beiden Vorhaben aus den USA aus- und wieder einreisen, zum Beispiel durch einen kleinen Abstecher nach Kanada, Mexiko oder in die karibischen Inseln. Und ein gewisses Restrisiko bleibt, denn die Wiedereinreise ist nicht garantiert: Wer bei den Grenzbeamten Misstrauen hervorruft, muss unter Umständen die Heimreise antreten.

Einige Sprachreiseanbieter in Deutschland werben mit dem Angebot „Sprachkurs und Praktikum“ in den USA. Hier ist etwas Vorsicht angebracht, denn wie wir nun wissen, geht das eigentlich nicht. Der Trick bei diesen Angeboten ist, dass das „Praktikum“ als besondere Form des Englischlernens deklariert wird und somit gar keine Arbeit ist, sondern Sprachunterricht. Das heißt aber, dass es sich bei diesen Praktika nicht um Vollzeit-Stellen handeln kann, sondern um ein paar Stunden pro Woche, und dass man nicht erwarten sollte, hier sonderlich anspruchsvolle Aufgaben zu erhalten, denn man soll ja offiziell keine Arbeitserfahrung sammeln, sondern Englisch lernen.  Je nachdem, wie umfangreich der Arbeitseinsatz ist und welche Verantwortung übertragen wird, kann man hier in eine einwanderungsrechtliche Grauzone geraten.

Keine Einreise mit zwei verschiedenen J-Visa

Die Rückkehr nach Deutschland ist auch die einzige Möglichkeit für alle, die nur ein Semester mit dem J-1 Student Visum in den USA studieren und danach ein selbstorganisiertes Praktikum mit dem J-1 Intern Visum machen möchten. Da die amerikanische Gesetzgebung es verbietet, zwei J-1 Visa gleichzeitig auszustellen, müsst ihr in diesem Fall zwischendurch zurück nach Hause und dort für das Praktikum ein neues J-1 Visum beantragen.

Doch nicht immer muss es so kompliziert sein: Eine einfache und großzügige Regelung bietet das US-Einwanderungsrecht immerhin für diejenigen, die vor oder nach dem Studienaufenthalt noch ein wenig Urlaub in den USA machen möchten. Bis zu 30 Tage vor dem offiziellen Beginn des Studiums darf man einreisen und bis zu 60 Tage (F-1 Visum) oder 30 Tage (J-1 Visum) nach Beendigung des Programms im Land bleiben, ohne dass es weiterer Formalien bedarf.

Exklusiv: Sommerkurse für Schüler an Stanford

Von einem Studium an der Stanford University träumen viele. Die kalifornische Elite-Universität steht in meiner Studienberatung häufig ganz oben auf der Wunschliste. Was viele nicht wissen: Bereits vor dem Abitur bietet Stanford  mit seinen Pre-Collegiate International Institutes ausgewählten Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren die Möglichkeit, im Sommer zwei Wochen an der Uni zu verbringen, amerikanische Campusluft zu schnuppern, sich intellektuell herauszufordern und Kontakte zu anderen hochmotivierten Schülerinnen und Schülern aus aller Welt zu knüpfen.

Innovatives Lernen in Workshops

Geboten wird ein anspruchsvolles und innovatives Programm: Im Lauf der zwei Wochen arbeiten die Teilnehmer in kleinen Gruppen von 12-15 Personen in halbtägigen Workshops gemeinsam an einer Vielzahl von Themen aus den Bereichen Naturwissenschaft, Technik, Geisteswissenschaft, Kunst und Leadership. Hier einige Workshop-Beispiele: Design Thinking, International Relations, Social Innovation, Bioscience Exploration oder Virtual Storytelling in the Digital Age.  Dabei üben sie sich vor allem im Problemlösen, in der Teamarbeit und im kritischen und kreativen Denken. Die Workshops sind im Seminarformat angelegt und bieten viel Raum für Interaktion. Am Ende steht als Höhepunkt das „Global Solutions Project“, bei dem die Schüler in multinationalen Teams gemeinsam mithilfe der Design Thinking-Methode ein fiktives Land gestalten sollen.

Darüber hinaus lernen die Teilnehmer das typische amerikanische College-Leben kennen, können sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Start-up-Vertretern über das Leben und Arbeiten im Silicon Valley informieren und diverse Ausflüge in die Umgebung unternehmen, zum Beispiel nach San Francisco, zum Monterey Bay Aquarium oder zu einem Baseball-Spiel der San Francisco Giants. Während des Programms wohnen sie in den Wohnheimen, in denen während des Semesters die regulären Stanford-Studierenden untergebracht sind. Näher dran an einem richtigen Studium an Stanford kann man also kaum sein! Hier einige Eindrücke:

Für das Stanford Pre-Collegiate International Institute kann man sich nicht direkt bei Stanford anmelden, sondern nur über die jeweiligen regionalen Partnerorganisationen der Universität. consultUS bietet in Deutschland in Zusammenarbeit mit Oxford Summer Courses exklusiv die Möglichkeit dazu. Um für das Programm zugelassen zu werden, müssen Schüler zu den besten 20 Prozent ihres Jahrgangs gehören und zum Zeitpunkt der Teilnahme mindestens die 8. Klasse abgeschlossen haben. Außerdem sind gute bis sehr gute Englischkenntnisse nötig.

Termine 2020:

  • Session 1: 06.07.2020-18.07.2020
  • Session 2: 20.07.2020-31.07.2020

Kosten inkl. Unterkunft und Verpflegung:

  • pro Session: 4.845 britische Pfund (ca. 5.600 Euro, Stand Nov. 2019)

Weitere Informationen und Anmeldung bei mir telefonisch unter 030-44705285 oder per E-Mail unter info [at] consultus [punkt] org.

Kurz erklärt: Was sind Community Colleges?

Community Colleges sind eine in den USA weit verbreitete Hochschulform, für die es in Europa keine direkte Entsprechung gibt.  Zum einen sind sie Einrichtungen der (höheren) Berufsbildung, die zweijährige Ausbildungsgänge in einer Vielzahl von Berufen anbieten und auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt vorbereiten. Zum anderen bieten sie die Möglichkeit, die ersten beiden Jahre eines (vierjährigen) Bachelorstudiums ohne große Zulassungshürden und zu weitaus geringeren Kosten zu absolvieren, um anschließend an einer Universität den Abschluss zu machen. Mit dieser Option erfüllen die Community Colleges eine wichtige gesellschaftliche Funktion, denn sie öffnen denjenigen, die sonst wenig Chancen hätten, ein reguläres Studium erfolgreich zu absolvieren, einen Weg zum College-Abschluss. Angesichts der explodierenden Studiengebühren gehen jedoch heute auch immer mehr Mittelschichts-Amerikaner, die eigentlich auch für eine direkte Uni-Zulassung qualifiziert wären, den Weg über ein Community College, um Kosten zu sparen.

Berufsbildung und Allgemeinbildung

Aktuell gibt es in den USA rund 1.200 Community Colleges, die meisten in staatlicher Trägerschaft. Nach zwei Jahren wird ein Associate-Abschluss verliehen: Entweder ein „Associate of Applied Science“ (AAS), wenn man ein berufsbildendes Programm wählt, oder ein „Associate of Arts“ (AA) bzw. „Associate of Science“ (AS), wenn man im allgemeinbildenden akademischen Zweig eingeschrieben ist und das Weiterstudium an einer Universität plant. In diesem Fall belegt man Kurse aus einem breiten Fächerspektrum sowie mitunter auch erste Kurse zum angestrebten Hauptfach an der Uni. Diese Kurse werden in der Regel voll anerkannt, so dass bis zum Bachelorabschluss nur noch zwei weitere Jahre nötig sind. Dieses „2+2-System“ ist bei amerikanischen und zunehmend auch bei ausländischen Studenten sehr beliebt, zumal häufig der spätere Wechsel an eine bestimmte Uni garantiert wird. Oft bieten die Community Colleges sogar bessere Lernbedingungen als die Unis, weil die Klassengrößen kleiner und die Betreuung intensiver ist.

Geringe Kosten und einfache Zulassung

Das Studium an einem staatlichen Community College kostet durchschnittlich rund 5.000 US-Dollar Gebühren pro Jahr für die Einwohner des jeweiligen US-Staates; Studierende von außerhalb (inkl. Ausland) zahlen durchschnittlich rund 8.500 Dollar. Die durchschnittlichen Studiengebühren an einem privaten Community College – das dann oft „Junior College“ genannt wird – betragen rund 15.500 US-Dollar pro Jahr. Zwischen den US-Staaten und den einzelnen Colleges gibt es zum Teil erhebliche Schwankungen. Was aus deutscher Sicht immer noch teuer erscheint, ist angesichts von Studiengebühren von bis zu 56.000 Dollar an manchen privaten Unis auf jeden Fall „affordable“, also bezahlbar.

Neben den geringeren Kosten sind es vor allem die niedrigen Zulassungshürden, die Community Colleges für viele attraktiv machen. Nach dem Grundsatz des „open access“ wird aufgenommen, wer immer da kommt. Und das sind immer häufiger Menschen, die nicht direkt von der Schule kommen, sondern bereits berufstätig sind und sich weiterbilden wollen. Gerade für Menschen aus bildungsfernen und einkommensschwachen Schichten oder für Einwanderer und ethnische Minderheiten bieten die Community Colleges eine Möglichkeit zum gesellschaftlichen Aufstieg, weshalb sie nicht selten als „people’s or democracy’s colleges“ gefeiert werden. Aus diesem Grund betonte auch US-Präsident Barack Obama die hohe Bedeutung der Community Colleges und warb (vergeblich) dafür, sie flächendeckend gebührenfrei zu machen, was ihm den Titel „Community College President“ einbrachte.

Community College: Anerkennung in Deutschland

Wer sich für ein Studium am Community College interessiert, muss wissen: Der dort verliehene Associate-Abschluss ist in Deutschland nicht anerkannt, und die belegten Kurse können in aller Regel nicht auf ein Bachelorstudium an einer deutschen Hochschule angerechnet werden. Auch als Berufsausbildung ist der Abschluss nicht gleichwertig. Das Community College eignet sich aus deutscher und europäischer Sicht somit nur als „Zwischenstufe“ auf dem Weg zu einem regulären Bachelorabschluss von einer anerkannten US-Universität. In dieser Hinsicht jedoch sind die Community Colleges eine attraktive Option, mit der ein Bachelorstudium in den USA kein Vermögen kosten muss. Manche Community Colleges bieten sogar qualifizierten Zehntklässlern die Möglichkeit, gleichzeitig ein amerikanisches High-School-Diplom und einen Associate-Abschluss zu machen, wodurch sich die Studiendauer bis zum Bachelor auf zwei Jahre verkürzt. Bei der Auswahl einer geeigneten Einrichtung sollte darauf geachtet werden, dass das Community College Erfahrung mit internationalen Studenten hat, eine gute Betreuung bietet und über ein starkes „College Transfer“-Programm (2+2) verfügt.

Beratung durch consultUS

Die Experten von consultUS beraten Sie gerne bei der Auswahl eines geeigneten Community College und unterstützen Sie bei der Anmeldung und den einzureichenden Unterlagen (z.B. Übersetzung von Zeugnissen und anderer Dokumente).
Einfach E-Mail an info [at] consultUS [punkt] org.

Video-Tour: Diese 9 Unis in Boston muss man kennen!

Boston ist die US-Studentenmetropole schlechthin. Nirgendwo sonst gibt es eine solche Dichte an exzellenten Colleges und Universitäten: Mehr als 50 sind es, wenn man nicht nur Boston selbst, sondern die gesamte Region betrachtet. Und doch hat man im Ausland oft nur von Harvard und MIT gehört – dabei hat die Region so viel mehr zu bieten! Im Juli 2016 habe ich gemeinsam mit anderen Studienberatern aus aller Welt neun herausragende und höchst unterschiedliche Hochschulen in Boston besucht. Meine Kamera war immer dabei, und so freue ich mich, jetzt den Film THE BOSTON COLLEGE TOUR: 9 UNIVERSITIES IN 9 MINUTES zu präsentieren – ein Kurztrip durch die vielfältige Hochschullandschaft der Stadt, der hoffentlich Lust auf mehr macht. Für Fragen und Beratung zum Studium in Boston stehe ich natürlich gern zur Verfügung. Viel Spaß!

Im Video sind zu sehen (in dieser Reihenfolge): Suffolk University ++ Emerson College ++ Boston University ++ Tufts University ++ Wellesley College ++ Babson College ++ Bentley University ++ Brandeis University ++ Northeastern University. Mehr Informationen zu diesen Hochschulen auf https://consultUS.org/study-in-boston.

Im September: Kostenloser TOEFL-Kurs vom Testveranstalter

Ab September 2016 gibt es wieder eine Möglichkeit, sich kostenlos auf den TOEFL-Test vorzubereiten. Zum zweiten Mal bietet der Testveranstalter ETS unter dem Titel „TOEFL Test Preparation: The Insider’s Guide“ einen Massive Open Online Course (MOOC) zur Testvorbereitung an. Der Kurs startet am 7. September 2016 und dauert 6 Wochen; eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Inhaltlich bietet der Kurs eine Mischung aus kurzen Vorlesungen, „Inside the TOEFL“-Videos zu jedem Fragetyp sowie Beispielfragen aus früheren Tests, einschließlich Erläuterungen zu den Antworten. Mehrfach können kurze Probetests abgelegt werden, um sich einen Eindruck vom eigenen Leistungsstand zu verschaffen. Zeitaufwand circa 2-4 Stunden pro Woche. Wer bereits sehr gut Englisch spricht, dürfte allerdings im Kurs unterfordert sein. Anmeldung ab sofort hier.

Bewerbung und Zulassung an Harvard: Worauf es ankommt

Kürzlich war ich auf einer Campusreise in Boston und habe bei der Gelegenheit auch mal wieder an der Harvard University vorbeigeschaut. Und der kleine Abstecher hat sich gelohnt! Im historischen Sanders Theater lief eine Informationsveranstaltung für Studieninteressierte. Es war Samstag vormittag, und das Auditorium war voll besetzt mit Schülern, Eltern und anderen Besuchern. Auf der Bühne: keine langweilige, zig-mal gehörte Powerpoint-Präsentation, sondern ein lebendiges Gespräch zwischen einem Repräsentanten der Universität und zwei aktuellen Studentinnen zu verschiedenen Aspekten des Studiums an Harvard. Sehr persönlich, sehr dem Publikum zugewandt. Da habe ich an anderen US-Eliteunis schon ganz anderes erlebt.

„Objektive Qualifikationen spielen für die Zulassung letztlich keine Rolle“

Das Beste kam jedoch zum Schluss. Nachdem die beiden Studentinnen die Bühne verlassen hatten, hielt der Harvard-Repräsentant eine knapp 15-minütige Rede, in der er erläuterte, nach welchen Kriterien und Verfahren die Zulassungsentscheidungen zum Bachelorstudium an Harvard getroffen werden. Nichts grundlegend Neues, aber selten habe ich das Verfahren der „highly selective college admissions“ so anschaulich und eindringlich beschrieben gehört. Ein exzellenter Vortrag, der mir und den anwesenden Kollegen aus dem Herzen sprach, denn genau diese Punkte sind es, die wir den Schülern in der Studienberatung zu vermitteln versuchen. Und wenn es „straight from the horse’s mouth“ kommt, ist es natürlich noch einmal überzeugender.

Für alle, die an Harvard und ähnlich renommierten Universitäten studieren möchten und nicht dabei sein konnten, habe ich den Vortrag mit meiner Kamera festgehalten. In den ersten Minuten ist das Bild noch etwas wackelig, weil der junge Mann vor mir sich nicht entscheiden konnte, ob er seine Basecap auf- oder absetzen wollte. Auch der Ton ist trotz Mikrofon nicht immer klar verständlich; deshalb habe ich den Vortrag sicherheitshalber untertitelt. Was hier über die Zulassung an Harvard gesagt wird, gilt so oder so ähnlich  auch für andere US-Hochschulen, an denen nur ein Bruchteil der Bewerber zugelassen wird.

Ob das Ganze „fair“ ist – wie im Vortrag behauptet – sei mal dahingestellt. Nicht erwähnt wird nämlich, dass die Kinder von Ehemaligen (sogenannte „legacy students“) deutlich höhere Chancen auf Zulassung haben und die Eliteunis hier auch gerne ein Auge zudrücken bei den Kriterien. An Harvard bestehen rund 12-13 Prozent eines Jahrgangs aus „legacies“. Ihre Zulassungsquote liegt bei rund 30 Prozent und ist damit rund sechsmal so hoch wie für normale Bewerber. Auch für leistungsstarke Sportler werden die Kriterien häufig etwas aufgeweicht, denn die Eliteunis wollen natürlich auch ihre Sportmannschaften siegen sehen. (Nachzulesen in The Price of Admission: How America’s Ruling Class Buys Its Way into Elite Colleges–and Who Gets Left Outside the Gates vom Wall Street Journal-Reporter und Harvard-Absolventen Daniel Golden.)

SAT Subject Tests: Show what you know!

Für die Zulassung zum Bachelorstudium verlangen einige US-Hochschulen von den Bewerbern neben dem Eignungstest SAT noch zusätzlich Punktzahlen aus 2-3 sogenannten SAT Subject Tests. Der Unterschied: Während es beim SAT um die Überprüfung allgemeiner kognitiver und analytischer Fertigkeiten geht, fragen die Subject Tests spezifisches Wissen aus verschiedenen Schulfächern ab. Meistens dürfen die Bewerber selbst entscheiden, in welchen Fächern sie Subject Tests einreichen möchten. Momentan stehen die folgenden Subject Tests zur Auswahl:

  • Literature
  • U.S. History
  • World History
  • Math 1
  • Math 2
  • Biology E/M
  • Chemistry
  • Physics
  • French
  • French with Listening
  • Spanish
  • Spanish with Listening
  • Modern Hebrew
  • Italian
  • Latin
  • German with Listening
  • Chinese with Listening
  • Japanese with Listening
  • Korean with Listening

Welche Unis verlangen SAT Subject Tests?

Es sind vor allem die sehr renommierten US-Hochschulen, die Bewerbern zumindest „dringend empfehlen“, zusätzlich SAT Subject Tests einzureichen. Angesichts der riesigen Konkurrenz bei diesen Eliteunis sollte man die Möglichkeit, sich auf diese Weise zusätzlich auszuzeichnen, unbedingt nutzen. Aber auch zahlreiche andere, weniger namhafte Colleges und Universitäten (sowie etliche internationale Universitäten weltweit) bieten Bewerbern die Option, einen oder mehrere Subject Tests einzureichen. Mitunter werden für gute Ergebnisse in diesen Prüfungen sogar kleinere Stipendien vergeben oder Einführungskurse in den jeweiligen Fächern erlassen. Hier eine Übersicht über alle US-Hochschulen, die SAT Subject Tests verlangen, empfehlen oder akzeptieren.

Worum geht es bei den SAT Subject Tests?

Inhaltlich sind die Prüfungen natürlich sehr unterschiedlich: Während in Biologie Fragen zu Mitose und Photosynthese gestellt werden, geht es im Literatur-Test um die Lektüre und Interpretation von Gedichten und Dramen. Doch folgende Punkte haben alle gemeinsam:

  1. Alle  Subject Tests werden im Multiple-Choice Format durchgeführt.
  2. Alle  Subject Tests dauern eine Stunde. (Zum Vergleich: Der SAT dauert rund 4 Stunden.)
  3. Bei allen Tests gibt es für jede falsche Antwort einen Viertelpunkt Abzug. Beim Raten ist daher Vorsicht angebracht.
  4. Bei jedem Subject Test sind maximal 800 Punkte zu erreichen.
  5. Anders als beim SAT oder ACT, bei denen es auch darauf ankommt, dass man die Aufgaben strategisch angeht und ein paar Tricks anwenden kann, zählt bei den SAT Subject Tests allein das Fachwissen – ob man den Stoff drauf hat oder nicht.

Der letzte Punkt stellt für Nicht-Amerikaner oft eine zusätzliche Hürde dar, weil die Inhalte der Subject Tests natürlich auf den Lehrplänen der US High Schools basieren, die sich teilweise stark von unseren unterscheiden. Insbesondere Mathematik wird in den USA ganz anders unterrichtet als bei uns. Andererseits haben wir oft mit den Fremdsprachen weniger Schwierigkeiten als die Amerikaner. Welche 2-3 Subject Tests man also belegen sollte, hängt von den eigenen Stärken und Vorlieben ab. (Es sei denn, die US-Uni schreibt bestimmte Tests vor.) Es sollten Fächer sein, in denen man sich sicher fühlt und glänzen kann. Sinn und Zweck dieser Tests ist es schließlich, den Hochschulen zusätzliche Beweise zu liefern, dass man akademisch zu den Top-Bewerbern gehört. Ein absolutes No-No ist aber ein Sprachtest in der eigenen Muttersprache! Deutsche Bewerber, die stolz die volle Punktzahl im „German with Listening“-Test präsentieren, machen vor allem eins: sich lächerlich.

SAT Subject Tests in Deutschland: Termine, Anmeldung, Kosten

Die Testorte für die SAT Subject Tests sind dieselben wie für den SAT Test; auch die Termine sind teilweise identisch. Die Subject Tests werden sogar häufiger angeboten:

  • 2. Mai 2020 (Anmeldeschluss: 3. April 2020)
  • 6. Juni 2020 (Anmeldeschluss: 8. Mai 2020)
  • 29. August 2020
  • 3. Oktober 2020
  • 5. Dezember 2020
  • 8. Mai 2021
  • 5. Juni 2021

Pro Termin kann nur entweder ein SAT-Test oder maximal 3 Subject Tests abgelegt werden. Wer beide Prüfungen braucht, muss sich  angesichts der wenigen Termine eine gute Reihenfolge überlegen, um falls nötig noch Zeit für eine Wiederholung zu haben, wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ausfällt. Manche Subject Tests werden allerdings nicht an allen Terminen durchgeführt. Die Sprachtests mit Hörverständnis-Teil zum Beispiel gibt es nur im November, und „World History“ wird nur im Dezember und Juni angeboten. Welcher Test wann stattfindet, steht hier.

Die Gebühr für einen SAT Subject Test außerhalb der USA beträgt zurzeit 64 US-Dollar, plus 18 US-Dollar für jeden weiteren Test (maximal 3 pro Termin). Testzentren in Deutschland: Augsburg, Baumholder (bei Kaiserslautern), Berlin, Bonn, Bremen, Düsseldorf, Erlangen, Frankfurt/Main, Hamburg, Heidelberg, Hohenfels (bei Regensburg),  Kaiserslautern, Kandern (bei Basel), München, Salem, Stuttgart, Vilseck, Wiesbaden. In Österreich: Wien, St. Gilgen. In der Schweiz: Basel, Chesières, Genf, Hasliberg, Leysin, Zürich, Zug, Zuoz. Die Anmeldung für die Subject Tests läuft über den Online-Account, den man sich bereits bei der Registrierung für den SAT angelegt hat. Siehe hier.

Vorbereitung auf die SAT Subject Tests

Grundvoraussetzung für eine gute Punktzahl in den Subject Tests sind solide Kenntnisse in dem jeweiligen Schulfach. Wie schwierig diese Tests sind, lässt sich nicht pauschal sagen, aber wer zum Beispiel im Abitur Leistungs- bzw. Profilfächer in Physik oder Chemie belegt, dürfte mit den entsprechenden Subject Tests gut zurechtkommen, zumal es in den Naturwissenschaften nicht so stark auf die Sprache ankommt. Auch die Prüfungen in Spanisch oder Französisch liegen deutlich unter Abitur-Niveau. Schwierigkeiten düften vor allem die englischen Begrifflichkeiten und die Unterschiede zwischen deutschen und amerikanischen Lehrplänen machen. Deshalb rate ich dazu, einige Probetests in den gewünschten Fächern zu absolvieren. Den besten Einstieg dazu bietet ein Vorbereitungsbuch vom College Board (dem Testveranstalter), das zu jedem Subject Test einen Original-Test enthält. Damit kann man sich einen Überblick verschaffen und entscheiden, welche Tests einem am ehesten liegen:

Ebenfalls vom College Board gibt es  Vorbereitungsbücher speziell für ausgewählte einzelne Subject Tests:

Auch zu den anderen Subject Tests ist spezielle Vorbereitungsliteratur erhältlich von anderen Verlagen wie Princeton Review, Barrons oder Kaplan, die allerdings keine Originaltests enthalten.

Kurz vorgestellt: Princeton University

Unter den „Großen Drei“ der amerikanischen Ivy League Universitäten (Harvard-Yale-Princeton) ist die Princeton University in Princeton (New Jersey) mit nur rund 7.500 Studierenden (davon 5.000 im Bachelorstudium) die kleinste. Damit besetzt die Hochschule unter den Super-Eliteuniversitäten der USA eine besondere Nische. Denn einerseits handelt es sich um eine führende Forschungsuniversität mit zahlreichen Spitzenforschern auf allen Gebieten, andererseits haben diese Star-Professoren  aufgrund der relativ geringen Zahl an Masterstudierenden und Doktoranden die Möglichkeit, einen Großteil ihrer Aufmerksamkeit den Bachelorstudierenden zu widmen. Das bedeutet: eine intensive Betreuung und viele Möglichkeiten für anspruchsvolle eigene Studienvorhaben unter Anleitung eines Hochschullehrers. Auch in punkto Location hebt sich Princeton von der Konkurrenz ab: Während Harvard Teil der Ostküstenmetropole Boston ist und New Haven (Yale) noch immer zu den US-Städten mit der höchsten Kriminalitätsrate zählt, ist das Städtchen Princeton (ca. 25.000 Einwohner) klein, wohlhabend und weitgehend sicher.

Der beeindruckende Campus der Universität erinnert mit seiner überwiegend neugotischen Architektur an Oxford, Cambridge und Harry Potter. (Eine virtuelle Tour mit vielen Fotos gibt es hier.) Besonders ins Auge stechen die riesige, reich verzierte Universitätskirche und der Cleveland Tower, der sich majestätisch über die Baumwipfel erhebt. Andere Gebäude wie die mehr als 250 Jahre alte Nassau Hall sind im Kolonialstil gehalten, während einige moderne Einrichtungen von führenden Architekten wie Robert Venturi und IM Pei entworfen wurden. Insgesamt aber sieht Princeton haargenau so aus, wie man sich eine Ivy League Universität vorstellt. Noch immer hält sich übrigens hartnäckig die (widerlegte) Legende, dass der Begriff „Ivy League“, der sich eigentlich nur auf die Mitgliedschaft in einer Sportliga bezieht, seinen Ursprung in den Efeuranken an den Mauern von Nassau Hall hat. Das Ganze wirkt sehr gediegen und exklusiv, und obwohl Geld bei der Zulassung keine Rolle spielt, hängt Princeton nachhaltig der Ruf an, eine Bastion des privilegierten Neuengländer Geldadels zu sein. Tatsächlich ist die sozioökonomische Mischung der Studentenschaft aber kaum anders als an den anderen Ivy League Hochschulen.

Unterschied zu Harvard und Yale: Fokus auf das Bachelorstudium

West_College_PrincetonWas Princeton von den anderen Ivy League-Institutionen unterscheidet, ist vor allem der starke Fokus auf das vierjährige Bachelorstudium. Für eine Forschungsuniversität bietet Princeton den Bachelorstudenten einen ungewöhnlich engen Kontakt zu den Professoren. Selbst die Einführungsvorlesungen werden nicht, wie oft an größeren Einrichtungen, von wissenschaftlichen Assistenten und Doktoranden gehalten, sondern fast immer von den berühmten Professoren höchstpersönlich. Das Freshman Seminar Program, an dem rund zwei Drittel aller Studienanfänger teilnehmen, bietet weitere Möglichkeiten, gleich zu Beginn des Studiums einen engen Kontakt zum Lehrpersonal aufzubauen. Bei diesem Programm können sich die Studierenden in kleinen Gruppen in eines von mehr als 60 Themen vertiefen und dabei das Handwerk des wissenschaftlichen Arbeitens lernen.

Alle Bachelorstudierenden müssen zudem unabhängig von ihrem Hauptfach eine Art Studium Generale absolvieren, zu dem unter anderem Kurse in Erkenntnistheorie, Ethik, Literatur, Geschichte, Mathematik und Naturwissenschaft gehören. Das ist an den meisten US-Universitäten so. Wer an Princeton studiert, muss allerdings im dritten Studienjahr zusätzlich zum normalen Kurspensum noch zwei längere eigenständige Arbeiten zu je 30 Seiten verfassen. Außerdem ist Princeton eine der wenigen US-Universitäten, an denen die Bachelorstudierenden im letzten Studienjahr eine lange Abschlussarbeit („senior thesis“) erstellen müssen, die einer Masterarbeit in Deutschland in nichts nachsteht. Viele Absolventen sagen, die Arbeit an ihrer „senior thesis“ sei eine ihrer besten Erfahrungen an Princeton gewesen. Aus all dem dürfte deutlich werden, dass das Niveau hier höchst anspruchsvoll ist, und die Bestnote „A“ ist bedeutend schwieriger zu bekommen als an anderen Elitehochschulen, wo oftmals noch immer die berüchtigte „grade inflation“ vorherrscht.

Natürlich bringt die überschaubare Größe der Universität auch einige Nachteile mit sich, denn die Auswahl an Kursen ist dadurch kleiner als an größeren Einrichtungen. Aber ein Mangel an Masse bedeutet keineswegs einen Mangel an Klasse. Bei den Studiengängen gehören Mathematik, Philosophie, Anglistik, Physik, VWL, Molekularbiologie, Verwaltungswissenschaft und Romanistik zum Besten, was die USA zu bieten haben. Auch die Ingenieurwissenschaften sind stark vertreten. Eine der bekanntesten Einrichtungen ist  die renommierte politikwissenschaftliche Woodrow Wilson School of Public and International Affairs, benannt nach dem ehemaligen US-Präsidenten, Friedensnobelpreisträger und Princeton-Absolventen Woodrow Wilson.

Studentenleben: Gemeinsames Wohnen und exklusive Clubs

Whitman_College_PrincetonDie Mehrheit der Princeton-Studierenden ist eher konservativ-traditionell eingestellt, und wer einen politisch aktiven Campus sucht, sollte sich andernorts umsehen. Um die sozialen Kontakte der Studierenden untereinander zu verbessern, hat die Hochschule kürzlich ihre Wohnheime zu sogenannten Residential Colleges gruppiert (Foto rechts: Whitman College), in denen die Studierenden in den ersten beiden Jahren gemeinsam wohnen, essen und Aktivitäten nachgehen. Die Studierenden im dritten und vierten Studienjahr hingegen sind häufig Mitglied in sogenannten Eating Clubs, die Studentenverbindungen ähneln und einen Großteil des Soziallebens auf sich vereinen. Ähnlich wie bei den fraternities/sororities handelt es sich dabei um Bastionen des Traditionalismus, zu denen der Zugang entweder per Losentscheid oder Auswahlverfahren vergeben wird.  Die beiden ältesten Eating Clubs – der Ivy Club und der Tiger Inn – wurden erst 1991 gerichtlich dazu gezwungen, auch Frauen aufzunehmen. Mit Mitgliedsgebühren von rund $5.000 pro Jahr ist der Ivy Club auch die teuerste Verbindung. Die Spaltung, die diese exklusiven Cliquen in die Princeton-Studierendenschaft bringen, soll durch die anhaltende Anbindung an die „Residential Colleges“ vermindert werden. Vereint sind außerdem alle in der Begeisterung für den Princeton den Sport und die Spiele der „Tigers“ (insbesondere Football und Basketball).

Bewerbung und Zulassung an Princeton

Genau wie an den anderen renommierten US-Universitäten herrscht um die Zulassung an Princeton extreme Konkurrenz. In diesem Jahr (2016) wurden von rund 29.000 Bewerbern nur knapp 1.900 zugelassen; das entspricht einer Quote von 6,5 Prozent – ein neuer (Minus-)Rekord. Zur Bewerbung gehören neben den schulischen Leistungen seit einschließlich Klasse 9 auch Ergebnisse aus den Eignungstests SAT oder ACT sowie zwei SAT Subject Tests. Dass die Schulnoten absolut top sein müssen, versteht sich von selbst – rund die Hälfte der angenommenen Bewerber hatte die Bestnote 1,0 (bzw. 4,0 im US-Notensystem).

Aber Top-Noten und Spitzenwerte in den Tests sind nicht alles, denn das können fast alle Bewerber vorweisen. Für eine erfolgreiche Zulassung kommt es darauf an, der Universität zu zeigen, was einen darüber hinaus auszeichnet. Auf der Webseite heißt es:

We look for students who make a difference in their schools and communities, so tell us about your leadership activities, interests, special skills and other extracurricular involvements. Tell us if you’ve had a job or a responsibility in your home. Most Princeton students were academic standouts in high school. Most of them also invested their energy and talents in significant ways outside the classroom. We want to know what you care about, what commitments you have made and what you’ve done to act on those commitments.

Kurz gesagt: Ein 1,0-Abitur und dreimal die Woche Sport genügen nicht. Princeton sucht Schüler, die für eine oder mehrere Sachen brennen, rausgehen und etwas auf die Beine stellen. Außerdem kommt es natürlich darauf an, die eigene Persönlichkeit durch einprägsame Essays in bestem Licht zu präsentieren. Hier ein aktuelles Beispiel für einen erfolgreichen Ivy-League-Essay.

Geld spielt keine Rolle: Kosten und Stipendien

Firestone_Library_PrincetonDie Kosten eines Studiums an Princeton betragen zurzeit insgesamt rund $64.000 pro Jahr, inklusive Studiengebühren, Unterkunft und Verpflegung. Natürlich zahlen bei weitem nicht alle Studierenden diese hohe Summe, sondern nur diejenigen, die es sich leisten können. Alle anderen (rund zwei Drittel) erhalten zum Teil erhebliche Finanzbeihilfen von der Universität und/oder der US-Regierung. Für die Zulassung spielt die Zahlungsfähigkeit überhaupt keine Rolle, denn Princeton arbeitet nach dem Prinzip der „need-blind admission“: Die Zulassungsentscheidung wird ohne Ansehen der finanziellen Möglichkeiten der Bewerber getroffen. Stellt sich dann heraus, dass ein angenommener Bewerber das Studium nicht aus eigener Tasche bezahlen kann, zahlt die Universität die Differenz zwischen dem, was die selbst aufbringen kann, und den Gesamtkosten – bis hin zum Vollstipendium. Und es kommt noch besser: Princeton ist eine von zurzeit nur fünf US-Universitäten, die diese Praxis auch auf ausländische Bewerber anwenden! Hier gilt also tatsächlich, dass ein USA-Studium am Geld nicht scheitern muss. Die eigentliche Hürde besteht freilich darin, überhaupt zu den auserwählten 6 Prozent zu gehören, die eine Zusage erhalten.

Weitere Beiträge in der Reihe „Kurz vorgestellt“:

Fotos: (c) Pete Spiro / Shutterstock.com, Wikipedia

Study World-Messe: 16 US-Unis in Berlin

Zum elften Mal steigt am kommenden Wochenende (22.-23. April 2016) die Study World-Messe in Berlin: Deutschlands größte internationale Messe für Studium und Karriere im In- und Ausland. Wie immer eine hervorragende Gelegenheit, aus erster Hand Informationen zu Bachelor- und Masterstudiengängen, internationalen Studienprogrammen, Weiterbildungsangeboten, Auslandspraktika und Finanzierungsmöglichkeiten zu bekommen. Trotz umfangreicher Informationen im Internet: Es geht doch nichts über ein persönliches Gespräch.

Für alle, die sich für ein Studium in den USA interessieren, lohnt sich ein Besuch der Study World in diesem Jahr besonders, denn „Education USA“ (der Beratungsdienst des US-Außenministeriums) tourt derzeit mit mehr als einem Dutzend US-Hochschulen durch Deutschland und hat auf der Messe einen eigenen Pavillon, in dem sich alle Unis vorstellen. Abgesehen von der New York University, der University of Southern California und der UC Irvine sind zwar keine ganz großen Namen dabei, aber gerade bei den nicht so bekannten Adressen gibt es oft viel zu entdecken – und die Zulassungschancen sind bedeutend besser. Folgende US-Hochschulen sind vertreten:

  • Arizona State University
  • Berkeley College (New York)
  • California Polytechnic State University
  • California State – San Jose State University
  • California State University, East Bay
  • Fairleigh Dickinson University (New Jersey)
  • Foothill-DeAnza Community College (Kalifornien)
  • New York University Abu Dhabi
  • Portland State University
  • Richmond The American International University in London
  • Santa Barbara City College
  • Schiller International University (Heidelberg)
  • Truman State University (Missouri)
  • University of California, Irvine
  • University of North Carolina Wilmington
  • University of Southern California – Viterbi School of Engineerung

Wer es nicht zur Study World nach Berlin schafft, kann diese und einige weitere Hochschulen auch noch in Heidelberg (20. April) und Hamburg (25. April) persönlich kennenlernen. Näheres hier.

Ach so, und nicht zu vergessen: Ich selbst bin auch wieder mit zwei Vorträgen dabei:

  • Freitag, 22. April, 13:00-13:45 Uhr: Das „personal statement“ – Überzeugende Motivationsschreiben für die Bewerbung an englischsprachigen Hochschulen verfassen
  • Samstag, 23. April, 14:00-14:45 Uhr: Studieren in den USA: Sprach- und Eignungstests für die Bewerbung an amerikanischen Hochschulen

Vielleicht sieht man sich!

Foto (c) ICWE GmbH

Shoppen im Großmarkt: Beispiel für einen erfolgreichen Ivy League-Essay

Alle Jahre wieder im April kursieren in den Medien Berichte über US-Schülerinnen und Schüler, denen das Kunststück gelungen ist, an allen acht — oder zumindest mehreren — Ivy League-Universitäten gleichzeitig angenommen zu werden. Weitaus seltener kommt es hingegen vor, dass diese Überflieger Teile ihrer erfolgreichen Bewerbung der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Schülerin Brittany Stinson aus Delaware wurde dieses Jahr an immerhin fünf Ivy League Unis genommen (Yale, Columbia, University of Pennsylvania, Dartmouth und Cornell, außerdem an der Stanford University) und hat dem Wirtschafts- und Finanzportal Business Insider kürzlich erlaubt, ihren Bewerbungsessay zu veröffentlichen (Text weiter unten).

Dieser „Personal Essay“ ist Teil jeder Bachelor-Bewerbung an Hunderten von US-Hochschulen und bereitet fast allen Bewerbern Kopfzerbrechen. Denn in diesem maximal 650 Wörter langen Text soll nicht etwa begründet werden, warum man dieses oder jenes Fach studieren möchte, sondern es soll auf eloquente und originelle Weise die eigene Persönlichkeit zum Ausdruck kommen. Allein die Themenfindung ist oft ein langwieriger Prozess – das kenne ich aus der Arbeit mit den Schülern, die ich in meiner Studienberatung betreue. Viele neigen zunächst dazu, über die eigenen Erfolge z.B. im Sport zu schreiben oder über ihre Besorgnis um die demokratischen Werte angesichts zunehmender Abschottung und Fremdenfeindlichkeit in Europa. Brittany Stinson zeigt, dass die besten Essays oft nicht so hochtrabende Themen behandeln, sondern eher von Alltäglichem ausgehen: in ihrem Fall die regelmäßigen Einkaufstouren der Familie zu Costco, einer amerikanischen SB-Großhandelskette.

Show not tell: Was einen guten College-Bewerbungsessay ausmacht

Natürlich ist dieses vermeintlich banale Thema nur der Aufhänger für höchst komplexe Überlegungen zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung, die auch noch mitreißend und auf hohem sprachlichen Niveau präsentiert werden. Dass der Essay so gut funktioniert, liegt vor allem daran, dass Brittany eine Geschichte erzählt und mit einer anschaulichen Anekdote gleich zu Beginn die Aufmerksamkeit der Leser gewinnt. Sie hält sich durchweg an das erzählerische Prinzip des „show not tell“ – das heißt, sie zeigt sich selbst in Aktion anstatt sich nur mit Adjektiven zu beschreiben. Dadurch wird der Essay lebendig. Ein so alltägliches Thema wie Costco und Hot Dogs macht sie zu einer Metapher für das große Ganze, ohne dass es angestrengt wirkt. Der leichte, spielerische und humorvolle Tonfall des Essays passt perfekt zu einem Teenager und wirkt viel authentischer, als wenn ein 17-jähriger zum Beispiel behauptet, täglich Kants kategorischen Imperativ zur Grundlage seines Handelns zu machen. Man kommt beim Lesen nicht umhin, Brittany zu mögen. Und das ist ein extrem wichtiges Element in einem erfolgreichen Bewerbungsessay. Und schließlich konzentriert sich der Text auf einen zentralen Aspekt: Brittanys Neugierde. Oft kranken Bewerbungsessays daran, dass die Schüler versuchen, zu viele Aspekte ihrer Persönlichkeit gleichzeitig unterzubringen, wodurch die Texte oberflächlich oder schlimmstenfalls konfus wirken.

Genug der Vorrede, hier nun der vollständige Text samt Fragestellung (via Business Insider). Wichtig ist noch der Hinweis, dass der Personal Essay nur ein Teil der College-Bewerbung ist. Natürlich hat Brittany auch mit Bestnoten, Top-Ergebnissen in den Eignungstests und beeindruckendem außerunterrichtlichem Engagement gepunktet. An den US-Eliteuniversitäten kann der Essay dann den entscheidenden Ausschlag geben, wenn Top-Bewerber ansonsten ähnliche Qualifikationen aufweisen.

Prompt 1: Some students have a background, identity, interest, or talent that is so meaningful they believe their application would be incomplete without it. If this sounds like you, then please share your story.

Managing to break free from my mother’s grasp, I charged. With arms flailing and chubby legs fluttering beneath me, I was the ferocious two­ year old rampaging through Costco on a Saturday morning. My mother’s eyes widened in horror as I jettisoned my churro; the cinnamon­sugar rocket gracefully sliced its way through the air while I continued my spree. I sprinted through the aisles, looking up in awe at the massive bulk products that towered over me. Overcome with wonder, I wanted to touch and taste, to stick my head into industrial­sized freezers, to explore every crevice. I was a conquistador, but rather than searching the land for El Dorado, I scoured aisles for free samples. Before inevitably being whisked away into a shopping cart, I scaled a mountain of plush toys and surveyed the expanse that lay before me: the kingdom of Costco. 

Notorious for its oversized portions and dollar­fifty hot dog combo, Costco is the apex of consumerism. From the days spent being toted around in a shopping cart to when I was finally tall enough to reach lofty sample trays, Costco has endured a steady presence throughout my life. As a veteran Costco shopper, I navigate the aisles of foodstuffs, thrusting the majority of my weight upon a generously filled shopping cart whose enormity juxtaposes my small frame. Over time, I’ve developed a habit of observing fellow patrons tote their carts piled with frozen burritos, cheese puffs, tubs of ice cream, and weight­loss supplements. Perusing the aisles gave me time to ponder. Who needs three pounds of sour cream? Was cultured yogurt any more well­mannered than its uncultured counterpart? Costco gave birth to my unfettered curiosity. 

While enjoying an obligatory hot dog, I did not find myself thinking about the ‘all beef’ goodness that Costco boasted. I instead considered finitudes and infinitudes, unimagined uses for tubs of sour cream, the projectile motion of said tub when launched from an eighty foot shelf or maybe when pushed from a speedy cart by a scrawny seventeen year old. I contemplated the philosophical: If there exists a thirty­three ounce jar of Nutella, do we really have free will? I experienced a harsh physics lesson while observing a shopper who had no evident familiarity of inertia’s workings. With a cart filled to overflowing, she made her way towards the sloped exit, continuing to push and push while steadily losing control until the cart escaped her and went crashing into a concrete column, 52” plasma screen TV and all. Purchasing the yuletide hickory smoked ham inevitably led to a conversation between my father and me about Andrew Jackson’s controversiality. There was no questioning Old Hickory’s dedication; he was steadfast in his beliefs and pursuits – qualities I am compelled to admire, yet his morals were crooked. We both found the ham to be more likeable – and tender.

I adopted my exploratory skills, fine tuned by Costco, towards my intellectual endeavors. Just as I sampled buffalo­chicken dip or chocolate truffles, I probed the realms of history, dance and biology, all in pursuit of the ideal cart–one overflowing with theoretical situations and notions both silly and serious. I sampled calculus, cross­country running, scientific research, all of which are now household favorites. With cart in hand, I do what scares me; I absorb the warehouse that is the world. Whether it be through attempting aerial yoga, learning how to chart blackbody radiation using astronomical software, or dancing in front of hundreds of people, I am compelled to try any activity that interests me in the slightest. 

My intense desire to know, to explore beyond the bounds of rational thought; this is what defines me. Costco fuels my insatiability and cultivates curiosity within me at a cellular level. Encoded to immerse myself in the unknown, I find it difficult to complacently accept the “what”; I want to hunt for the “whys” and dissect the “hows”. In essence, I subsist on discovery.