ACT-Testzentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Bitte beachten: Die folgende Liste dient nur zur Information, da ich häufig danach gefragt werde. Bitte auf keinen Fall die Testzentren direkt kontaktieren mit Fragen zu Anmeldung, Testinhalten, freien Plätzen, Nachmeldungen und so weiter! Es kann keine Auskunft erteilt werden, weil alles, was mit dem ACT-Test zusammenhängt, zentral von der Organisation ACT in den USA verwaltet wird. Alle Kommunikation muss deshalb allein über ACT laufen. Die Testzentren stellen lediglich Räumlichkeiten und Infrastruktur zur Verfügung. Danke für die Beachtung.

This list is for your information only. Please do not contact the schools directly to inquire about registration, free seats, test contents, scores, etc. All communication regarding the ACT must be directed at ACT in the United States. See https://global.act.org/content/global/en/products-and-services/the-act-non-us/registration.html

Deutschland

Dresden
Dresden International School
Annenstraße 9, 01067 Dresden
https://www.dresden-is.de/en

Hamburg
Amerikazentrum Hamburg e.V.
Am Sandtorkai 48, 20457 Hamburg
https://www.amerikazentrum.de/

Kandern
Black Forest Academy
Hammersteiner Str. 50, 79400 Kandern
https://bfacademy.com

München
Munich International School
Schloß, Buchhof 1, 82319 Starnberg
https://www.mis-munich.de

Oberursel
Frankfurt International School
An der Waldlust 15, 61440 Oberursel (Taunus)
https://www.fis.edu

Österreich

Wien
Semizen EDV GmbH
Handelskai 94-96, 1200 Wien
https://www.semizen.com

Schweiz

Genf
International School of Geneva
62, route de Chêne, 1208 Geneva
https://www.ecolint.ch

Leysin
Kumon Leysin Academy
Route de Versmont 6 CP110, 1854 Leysin
https://www.klas-ac.jp/english

Zürich
ITTS International Testing and Training Services c/o ESW
Badenerstr. 816, 8048 Zürich

Stand: März 2020. Alle Angaben ohne Gewähr.

SAT-Testzentren in Deutschland, Österreich, Schweiz

Der SAT-Test wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausschließlich an internationalen Schulen durchgeführt.

Bitte beachten: Die folgende Liste dient nur zur Information, da ich häufig danach gefragt werde. Bitte auf keinen Fall die Schulen direkt kontaktieren mit Fragen zu Anmeldung, Testinhalten, freien Plätzen, Nachmeldungen und so weiter! Es kann keine Auskunft erteilt werden, weil alles, was mit dem SAT-Test zusammenhängt, zentral vom College Board in den USA verwaltet wird. Alle Kommunikation muss deshalb allein über das College Board laufen. Die Schulen stellen lediglich Räumlichkeiten und Infrastruktur zur Verfügung. Danke für die Beachtung.

This list is for your information only. Please do not contact the schools directly to inquire about registration, free seats, test contents, scores, etc. All communication regarding the SAT must be directed at the College Board. See https://collegereadiness.collegeboard.org/sat/register.

Deutschland

Augsburg
International School of Augsburg
Wernher-von-Braun-Str. 1a, 86368 Gersthofen
https://www.isa-augsburg.com

Berlin
John F. Kennedy Schule Berlin
Teltower Damm 87-93, 14167 Berlin
https://jfks.de

Bonn
Bonn International School
Martin-Luther-King-Str. 14, 53175 Bonn
https://www.bonn-is.de

Bremen
International School of Bremen
Badgasteiner Str. 11, 28359 Bremen
https://www.isbremen.de

Düsseldorf
International School of Düsseldorf
Niederrheinstr. 336, 40489 Düsseldorf
https://isdedu.de

Erlangen
Franconian International School
Marie-Curie-Str. 2, 91052 Erlangen
https://the-fis.de

Frankfurt
ISF International School Frankfurt
Straße zur Internationalen Schule 33, 65931 Frankfurt/Main
https://www.isf.sabis.net

Freiburg
UWC Robert Bosch College
Kartäuserstr. 119, 79104 Freiburg im Breisgau
https://www.uwcrobertboschcollege.de

Hamburg
International School Hamburg
Hemmingstedter Weg 130, 22609 Hamburg
https://www.ishamburg.de

Heidelberg
Heidelberg International School
Wieblinger Weg 7, 69123 Heidelberg
https://www.hischool.de

Kandern
Black Forest Academy
Hammersteiner Str. 50, 79400 Kandern
https://bfacademy.com

München
Munich International School
Schloß, Buchhof 1, 82319 Starnberg
https://www.mis-munich.de/

Oberursel
Frankfurt International School
An der Waldlust 15, 61440 Oberursel (Taunus)
https://www.fis.edu

Stuttgart
International School of Stuttgart
Sigmaringer Str. 257, 70597 Stuttgart
https://www.issev.de

Überlingen
Salem International College
Kurt-Hahn-Str. 1, 88662 Überlingen
https://www.schule-schloss-salem.de

Österreich

Salzburg
American International School Salzburg
Moosstr. 106, 5020 Salzburg
https://www.ais-salzburg.at

Wien
International Christian School of Vienna
Wagramer Str. 175 / Pannethgasse 6a, 1220 Wien
https://www.icsv.at

Schweiz

Bern
International School of Berne
Allmendingenweg 9, 3073 Muri bei Bern
https://isberne.ch

Chesières
Aiglon College
Avenue Centrale 61, 1885 Chesières
https://www.aiglon.ch

Genf
Collège du Léman
Route de Sauverny 74, 1290 Versoix
https://www.nordangliaeducation.com/en/our-schools/switzerland/cdl

Hasliberg
Ecole d’Humanité
Gmeindi 318b, 6085 Hasliberg-Goldern
https://ecole.ch

Leysin
Leysin American School
Chemin de la Source 3, 1854 Leysin
https://las.ch

Lugano
American School in Switzerland (TASIS)
Via Collina d’Oro 15, 6926 Collina d’Oro
https://switzerland.tasis.com

Montreux
Institut Le Chatelard
Route des Narcisses 80, 1833 Montreux
https://ecolechatelard.ch

St. Gallen
Institut auf dem Rosenberg
Höhenweg 60, 9000 St. Gallen
https://www.instrosenberg.ch

Zürich
Zürich International School
Steinacherstr. 140, 8820 Wädenswil
https://zis.ch

Zug und Luzern
International School of Zug and Luzern
Walterswil 1, 6340 Baar
https://www.iszl.ch

Zuoz
Lyceum Alpinum Zuoz
Aguêl 185, 7524 Zuoz
https://www.lyceum-alpinum.ch

Stand: März 2020. Alle Angaben ohne Gewähr.

Kurz vorgestellt: American University

Frage: Warum studieren an der American University so viele internationale Studenten? Antwort: Weil sie bei der Google-Suche nach US-Hochschulen die Begriffe „American“ und „university“ eingeben und dann die erstbeste Uni nehmen, die angezeigt wird … Dieser Witz ist häufiger zu hören auf dem Campus dieser mittelgroßen privaten Universität (rund 13.000 Studenten) in Washington D.C. Zusammen mit der Georgetown University und der George Washington University zählt sie zu den „Großen Drei“ in der US-Hauptstadt. Anders als diese beiden liegt die American University aber nicht mitten in der Stadt, sondern etwas abseits in Tenleytown, einem ruhigen und sicheren Wohnviertel, das aufgrund der zahlreichen Botschaftsgebäude auch als „Embassy Row“ bekannt ist. Von dort ist man mit der Metro in zehn Minuten Downtown und kann sich den unzähligen Restaurants, Museen, Bars und Veranstaltungen der Hauptstadt widmen.

International und politisch

Der Name „American University“ klingt zunächst recht konservativ und staatstragend. Tatsächlich ist diese 1893 gegründete Hochschule in vieler Hinsicht alles andere als eine typische amerikanische Universität. Das fängt schon damit an, dass es auf dem Campus extrem multinational zugeht: Rund 10 Prozent der Studierenden kommen aus dem Ausland; etwa 150 Länder sind vertreten. Diese internationale Atmosphäre ist auch für viele amerikanische Bewerber ein Grund, sich für American zu entscheiden. Und mehr als die Hälfte (!) verbringt einen Teil des Studiums im Ausland. Außerdem sind die Studierenden hier politisch äußerst interessiert und aktiv: Dass auf Partys die ganze Nacht über die Reform des Gesundheitswesens oder das System der Wahlkampfspenden diskutiert wird, ist keine Seltenheit. Auch wer anfangs keine Ahnung von der US-Politik hat, kommt an American kaum an den Fragen vorbei, die die Nation bewegen. Dabei sind die Studierenden überwiegend linksliberal gesinnt und mischen sich aktiv ein. Ein bunter, quirliger Haufen, weniger abgehoben-elitär als bei den berühmteren Nachbarn.

Top-Programme in BWL und International Studies

Auch akademisch ist die American University am stärksten in Politikwissenschaft, Wirtschaft, Jura und Journalismus aufgestellt. Die Kogod School of Business (Foto rechts) zählt zu den besseren Adressen für ein BWL-Studium in den USA. Weltweite Berühmtheit genießt jedoch vor allem die School of International Service (SIS), an der Bachelorstudenten einen B.A. im Fach „International Studies“ machen können. Dabei werden globale Entwicklungen aus Themenfeldern wie Friedens- und Konfliktforschung, Weltwirtschaft, Außen- und Sicherheitspolitik, Menschenrechte, Ungleichheit und Entwicklungspolitik mit jeweils regionalen Schwerpunkten aus politik-, wirtschafts-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive betrachtet. Wer sich für diese Themen begeistert, findet an keiner anderen US-Universität ein derart umfangreiches Angebot. Unnötig zu erwähnen, dass der Studiengang durch den Standort in der US-Hauptstadt unzählige Möglichkeiten bietet, das Gelernte durch Praktika zu bereichern und den Berufseinstieg vorzubereiten. Weitere akademische Stärken finden sich außerdem in den künstlerischen Fächern.

In punkto Reputation und Niveau reicht die American University sicher (noch) nicht ganz an den großen Konkurrenten Georgetown University heran. Aber mit ihrer Betonung auf „real-world experience“ wird auch ein anderer Schwerpunkt gesetzt: Die Praxisorientierung steht bei American im Vordergrund; viele Dozenten haben jahrelange Berufserfahrung in Politik und Wirtschaft gesammelt und geben diese an die Studierenden weiter (Vitamin B inklusive). Wie an jeder anderen US-Universität müssen auch die Bachelorstudenten an American unabhängig von ihrem Hauptfach zunächst ein Studium Generale absolvieren. Hierfür müssen jeweils zwei Kurse aus fünf sogenannten „Foundational Areas“ absolviert werden: „The Creative Arts“, „Traditions that Shape the Western World“, „The Global and Cross-Cultural Experience“, „Social Institutions and Behavior“ und „The Natural and Mathematical Sciences“. Auch an dieser thematischen Gruppierung zeigt sich, dass American einen etwas anderen Weg geht als viele andere US-Universitäten.

Studium in Washington D.C.

Mehr als zwei Drittel der Studierenden leben in Wohnheimen auf dem Campus, vor allem während der ersten beiden Studienjahre. Das Sozialleben spielt sich ebenfalls größtenteils auf dem Campus ab, aber natürlich lockt auch das hauptstädtische Nachtleben in den Ausgehbezirken Georgetown oder DuPont Circle – wenn auch die meisten Clubs erst ab 21 Jahren Einlass gewähren. Hinzu kommen die zahllosen Museen, Denkmäler und Kunstgalerien, die es zu besichtigen gilt; nicht zu vergessen die Live-Musik-Szene der Stadt. Die Universität selbst lockt regelmäßig bekannte Redner auf den Campus und bietet mit hunderten von studentischen Gruppierungen jeder und jedem eine passende Betätigung. Insgesamt sind die Studierenden der American University dafür bekannt, eine gute Balance aus Studium und Freizeit zu finden. Nur die Sportbegeisterung lässt zugunsten der Politik etwas zu wünschen übrig; auch in diesem Punkt ist die Uni eher unAmerican.

Kosten und Stipendien

Die Studiengebühren für ein Bachelorstudium an der American University betragen zurzeit rund 48.000 US-Dollar pro Jahr. Nimmt man Unterkunft und Verpflegung auf dem Campus hinzu, belaufen sich die Kosten auf rund 65.000 US-Dollar pro Jahr. Dies klingt sehr teuer – und ist es auch! – liegt aber noch deutlich unter dem, was die Konkurrenz in Washington D.C. verlangt. Zumal die American University speziell für leistungsstarke internationale Studenten eine Vielzahl an sogenannten „merit-based scholarships“ zwischen 8.000 und 20.000 US-Dollar pro Jahr vergibt – Stipendien also, bei denen es nicht auf die Zahlungskraft der Eltern, sondern allein auf besondere schulische und außerschulische Leistungen ankommt. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die American University von ausländischen Bewerbern keine Ergebnisse aus dem Eignungstest SAT oder ACT verlangt. Die Bewerbungsfrist bei einem geplanten Studienbeginn im Herbst ist jeweils der 15. Januar eines Jahres.

Weitere Beiträge in der Reihe „Kurz vorgestellt“:

Fotos (c) American University. Used by permission.

Statt TOEFL: Immer mehr US-Unis akzeptieren Duolingo Englischtest

Zahlreiche Colleges und Universitäten in den USA akzeptieren inzwischen den Duolingo Englischtest als vollwertige Alternative zu den gängigen Sprachprüfungen TOEFL und IELTS. Das ist eine gute Nachricht für alle, die nicht in der Nähe eines offiziellen Testzentrums wohnen, wenig Geld zur Verfügung haben oder binnen 48 Stunden einen gültigen Englischnachweis benötigen. Die Firma Duolingo, die vor allem für ihre Sprachlern-App bekannt ist, mit der Millionen Menschen auf der Welt kostenlos und spielerisch Fremdsprachen lernen, hat kürzlich eine aktualisierte Liste von Hochschulen veröffentlicht, die den Duolingo Englischtest entweder ergänzend oder sogar komplett als Englischnachweis für die Zulassung zum Bachelorstudium akzeptieren. Für die USA finden sich darunter so illustre Namen wie Columbia University, Yale University, Duke University, Georgia Institute of Technology, Johns Hopkins University, Washington University St. Louis, Swarthmore College, University of Vermont oder die Rhode Island School of Design.

Was ist der Duolingo Englischtest?

Der Duolingo Englischtest ist eine rund 45-minütige Prüfung, die man bequem vom heimischen Computer aus absolvieren kann. Nötig sind allein eine stabile und einigermaßen schnelle Internetverbindung, ein Mikrofon und eine Webcam. Außerdem muss man sich allein in einem gut beleuchteten, ruhigen Raum befinden und darf natürlich keine Hilfsmittel benutzen – wozu auch die Notwendigkeit gehört, den Blick ständig auf den Bildschirm zu richten, um nicht in Verdacht zu geraten, von irgendeinem Zettel auf dem Schreibtisch etwas abzulesen. Der Test selbst besteht aus verschiedenen Aufgaben zum Lese- und Hörverständnis. Außerdem müssen schriftliche und mündliche Antworten formuliert werden, wobei die mündlichen Aussagen von der Webcam aufgezeichnet und auch in dieser Form (also inkl. Video) an die Unis übermittelt werden.

Der Clou dabei ist, dass die Antworten anhand von komplexen Algorithmen maschinell ausgewertet werden und das Testergebnis (0 bis 100 Punkte) somit sehr schnell, innerhalb von 48 Stunden, zur Verfügung steht und an die Universitäten übermittelt werden kann. Für die Unis hat das den Vorteil, dass sie nicht nur einen abstrakten numerischen Score erhalten, sondern die Möglichkeit haben, Bewerbern beim Sprechen zuzusehen und somit auch einen kleinen Eindruck von der Persönlichkeit zu bekommen. Für die Bewerber besteht der Vorteil darin, dass sie ihre Englischkenntnisse unabhängig von den festen Terminen und Testzentren für TOEFL oder IELTS nachweisen können. Und Geld spart man auch noch, denn statt mehr als 200 Euro für TOEFL oder IELTS betragen die Kosten für den Duolingo Englischtest lediglich 49 US-Dollar. Für diese Gebühr darf man sein Ergebnis anschließend sogar an eine unbegrenzte Anzahl von Hochschulen verschicken.

Was vor Jahren noch für erhebliche Skepsis sorgte – ich erinnere mich an die Reaktionen vieler Unis, als der Test erstmals auf internationalen Konferenzen vorgestellt wurde – beginnt sich immer mehr durchzusetzen. Nicht nur weil die Technik stetig weiter verfeinert wird, sondern auch, weil den US-Unis daran gelegen sein muss, die erheblichen Kosten, die bereits im Vorfeld einer Bewerbung entstehen – unter anderem für die diversen Sprach- und Eignungstests – zu reduzieren und auch Menschen in Weltregionen ohne Zugang zu Testzentren eine Bewerbung zu ermöglichen.

Auch interessant:
TOEFL und IELTS im Vergleich: Was sind die Unterschiede?

Einmal Karibik und zurück: Studium und Praktikum in USA kombinieren

Es könnte so einfach sein: ein Gastsemester in den USA, vorher vielleicht noch ein Sprachkurs vor Ort, nebenbei jobben und anschließend ein Praktikum bei einem amerikanischen Unternehmen – und alles mit ein und demselben Visum. Doch leider gehören einfache und flexible Lösungen nicht zu den größten Stärken des US-Einwanderungsrechts. Insbesondere die Kombination von Studium und Arbeit ist nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Hier ein kleiner Wegweiser durch die begrenzten Möglichkeiten. Ich warne schon mal vor, es wird etwas technokratisch.

Unterschiedliche Visumskategorien

Zunächst: Wer in den USA einen Sprachkurs belegen, studieren oder arbeiten will, benötigt fast immer ein Visum. Je nachdem, um welches Vorhaben es sich handelt, gibt es unterschiedliche Visumskategorien. Für einen Sprachkurs oder ein selbstorganisiertes Studium wird in der Regel ein F-1 Studentenvisum ausgestellt. Kommt der Aufenthalt durch eine Kooperation zwischen der deutschen und der US-Hochschule zustande, kann es auch ein J-1 Austauschbesuchervisum sein. In beiden Fällen stellt die gastgebende amerikanische Sprach- oder Hochschule nach erfolgter Zulassung ein Visumsvordokument aus, das später bei der Beantragung des jeweiligen Visums im US-Konsulat vorgelegt werden muss.

Für ein Praktikum (internship) wird in aller Regel ein J-1 Austauschbesuchervisum benötigt. Aber Achtung, jetzt wird’s schon kompliziert: Denn die Kategorie J-1 umfasst mehrere Unterkategorien. Ein J-1 Visum in der Kategorie „student“ (siehe oben) ist nicht das gleiche wie eines in der Kategorie „intern“. Außerdem wird das benötigte Vordokument nicht vom US-Arbeitgeber ausgestellt, sondern von einem „legal sponsor“, d.h. einer vom US-Außenministerium autorisierten Mittlerorganisation. Wie das genau funktioniert, könnt ihr hier nachlesen. Wir halten fest: Sprachkurs/Studium und Praktikum/Arbeiten sind einwanderungsrechtlich gesehen zwei Paar Schuhe und nicht ohne weiteres kombinierbar.

Praktikum im oder nach dem Studium

Ein paar Möglichkeiten gibt es aber doch. Zum Beispiel dürft ihr mit dem Studenten- oder Austauschbesuchervisum bis zu 20 Std./Woche auf dem Campus der US-Gasthochschule arbeiten, sei es in der Bibliothek, in der Cafeteria oder auch bei McDonald’s, falls es eine Filiale auf dem Campus gibt. Solche Jobs sind allerdings für ausländische Gaststudierende nicht leicht zu finden, denn oft ist eine längerfristige Beschäftigung erwünscht. Außerdem dürfte bei einem Semesteraufenthalt kaum Zeit für einen Nebenjob sein. Ein Praktikum im Anschluss an den Studienaufenthalt ist daher die bessere Option.

Am einfachsten habt ihr es, wenn ihr mindestens zwei Semester in den USA studiert. Denn dann bietet das F-1 Visum die Möglichkeit eines studienbezogenen Praktikums, das entweder als „Optional Practical Training“ (OPT) oder „Curricular Practical Training“ (CPT) bezeichnet wird. Das OPT kann maximal 18 Monate, das CPT maximal 12 Monate dauern – in keinem Fall aber länger als die Studienzeit. Das heißt wer zwei Semester an einer US-Hochschule verbringt, kann auch „nur“ ein maximal neunmonatiges Praktikum dranhängen. Bevor es losgehen kann, benötigt ihr die Zustimmung der US-Hochschule und die Genehmigung des Department of Homeland Security.

Auch diejenigen, die mit einem J-1 Austauschbesuchervisum in den USA studieren, können im Anschluss ein studienbezogenes Praktikum absolvieren, das dann als „Academic Training“ bezeichnet wird und maximal 12 Monate dauern darf.  Oft müsst ihr auch bei dieser Variante mindestens zwei aufeinanderfolgende Semester an der US-Gasthochschule studieren, bevor ihr diese Option wahrnehmen könnt. Und wiederum benötigt ihr die Zustimmung der Hochschule und des Department of Homeland Security.

Kurzaufenthalte: Sprachkurs/Gastsemester plus Praktikum in den USA

Wie sieht es nun aber für diejenigen aus, die einen Sprachkurs belegen oder nur ein Semester in den USA studieren wollen oder können? In diesem Fall gibt es die Optionen OPT, CPT und Academic Training in der Regel nicht. Sprachkurs/Studium und Praktikum müssen daher getrennt voneinander – und das heißt: über zwei verschiedene Visumskategorien – organisiert werden. Wer mit sich mit einem F-1 Visum in den USA aufhält, kann sich vor Ort ein Praktikum organisieren und dann bei den US-Einwanderungsbehörden eine Statusanpassung, d.h. einen Wechsel von Kategorie F-1 zur Kategorie J-1 („intern“) beantragen. Das kostet aber richtig Geld ($340) und dauert oft Wochen, wenn nicht Monate. Bevor der Antrag nicht genehmigt ist, kann es mit dem Praktikum nicht losgehen.

Die bessere Option ist daher, Sprachkurs/Studium und Praktikum bereits von Deutschland aus klar zu machen und beide Visa (F-1 und J-1 Intern) gleichzeitig zu beantragen. Das geht. Allerdings müsst ihr dann zwischen den beiden Vorhaben aus den USA aus- und wieder einreisen, zum Beispiel durch einen kleinen Abstecher nach Kanada, Mexiko oder in die karibischen Inseln. Und ein gewisses Restrisiko bleibt, denn die Wiedereinreise ist nicht garantiert: Wer bei den Grenzbeamten Misstrauen hervorruft, muss unter Umständen die Heimreise antreten.

Einige Sprachreiseanbieter in Deutschland werben mit dem Angebot „Sprachkurs und Praktikum“ in den USA. Hier ist etwas Vorsicht angebracht, denn wie wir nun wissen, geht das eigentlich nicht. Der Trick bei diesen Angeboten ist, dass das „Praktikum“ als besondere Form des Englischlernens deklariert wird und somit gar keine Arbeit ist, sondern Sprachunterricht. Das heißt aber, dass es sich bei diesen Praktika nicht um Vollzeit-Stellen handeln kann, sondern um ein paar Stunden pro Woche, und dass man nicht erwarten sollte, hier sonderlich anspruchsvolle Aufgaben zu erhalten, denn man soll ja offiziell keine Arbeitserfahrung sammeln, sondern Englisch lernen.  Je nachdem, wie umfangreich der Arbeitseinsatz ist und welche Verantwortung übertragen wird, kann man hier in eine einwanderungsrechtliche Grauzone geraten.

Keine Einreise mit zwei verschiedenen J-Visa

Die Rückkehr nach Deutschland ist auch die einzige Möglichkeit für alle, die nur ein Semester mit dem J-1 Student Visum in den USA studieren und danach ein selbstorganisiertes Praktikum mit dem J-1 Intern Visum machen möchten. Da die amerikanische Gesetzgebung es verbietet, zwei J-1 Visa gleichzeitig auszustellen, müsst ihr in diesem Fall zwischendurch zurück nach Hause und dort für das Praktikum ein neues J-1 Visum beantragen.

Doch nicht immer muss es so kompliziert sein: Eine einfache und großzügige Regelung bietet das US-Einwanderungsrecht immerhin für diejenigen, die vor oder nach dem Studienaufenthalt noch ein wenig Urlaub in den USA machen möchten. Bis zu 30 Tage vor dem offiziellen Beginn des Studiums darf man einreisen und bis zu 60 Tage (F-1 Visum) oder 30 Tage (J-1 Visum) nach Beendigung des Programms im Land bleiben, ohne dass es weiterer Formalien bedarf.

Exklusiv: Sommerkurse für Schüler an Stanford

Von einem Studium an der Stanford University träumen viele. Die kalifornische Elite-Universität steht in meiner Studienberatung häufig ganz oben auf der Wunschliste. Was viele nicht wissen: Bereits vor dem Abitur bietet Stanford  mit seinen Pre-Collegiate International Institutes ausgewählten Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren die Möglichkeit, im Sommer zwei Wochen an der Uni zu verbringen, amerikanische Campusluft zu schnuppern, sich intellektuell herauszufordern und Kontakte zu anderen hochmotivierten Schülerinnen und Schülern aus aller Welt zu knüpfen.

Innovatives Lernen in Workshops

Geboten wird ein anspruchsvolles und innovatives Programm: Im Lauf der zwei Wochen arbeiten die Teilnehmer in kleinen Gruppen von 12-15 Personen in halbtägigen Workshops gemeinsam an einer Vielzahl von Themen aus den Bereichen Naturwissenschaft, Technik, Geisteswissenschaft, Kunst und Leadership. Hier einige Workshop-Beispiele: Design Thinking, International Relations, Social Innovation, Bioscience Exploration oder Virtual Storytelling in the Digital Age.  Dabei üben sie sich vor allem im Problemlösen, in der Teamarbeit und im kritischen und kreativen Denken. Die Workshops sind im Seminarformat angelegt und bieten viel Raum für Interaktion. Am Ende steht als Höhepunkt das „Global Solutions Project“, bei dem die Schüler in multinationalen Teams gemeinsam mithilfe der Design Thinking-Methode ein fiktives Land gestalten sollen.

Darüber hinaus lernen die Teilnehmer das typische amerikanische College-Leben kennen, können sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Start-up-Vertretern über das Leben und Arbeiten im Silicon Valley informieren und diverse Ausflüge in die Umgebung unternehmen, zum Beispiel nach San Francisco, zum Monterey Bay Aquarium oder zu einem Baseball-Spiel der San Francisco Giants. Während des Programms wohnen sie in den Wohnheimen, in denen während des Semesters die regulären Stanford-Studierenden untergebracht sind. Näher dran an einem richtigen Studium an Stanford kann man also kaum sein! Hier einige Eindrücke:

Für das Stanford Pre-Collegiate International Institute kann man sich nicht direkt bei Stanford anmelden, sondern nur über die jeweiligen regionalen Partnerorganisationen der Universität. consultUS bietet in Deutschland in Zusammenarbeit mit Oxford Summer Courses exklusiv die Möglichkeit dazu. Um für das Programm zugelassen zu werden, müssen Schüler zu den besten 20 Prozent ihres Jahrgangs gehören und zum Zeitpunkt der Teilnahme mindestens die 8. Klasse abgeschlossen haben. Außerdem sind gute bis sehr gute Englischkenntnisse nötig.

Termine 2020:

  • Session 1: 06.07.2020-18.07.2020
  • Session 2: 20.07.2020-31.07.2020

Kosten inkl. Unterkunft und Verpflegung:

  • pro Session: 4.845 britische Pfund (ca. 5.600 Euro, Stand Nov. 2019)

Weitere Informationen und Anmeldung bei mir telefonisch unter 030-44705285 oder per E-Mail unter info [at] consultus [punkt] org.

Kurz erklärt: Was sind Community Colleges?

Community Colleges sind eine in den USA weit verbreitete Hochschulform, für die es in Europa keine direkte Entsprechung gibt.  Zum einen sind sie Einrichtungen der (höheren) Berufsbildung, die zweijährige Ausbildungsgänge in einer Vielzahl von Berufen anbieten und auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt vorbereiten. Zum anderen bieten sie die Möglichkeit, die ersten beiden Jahre eines (vierjährigen) Bachelorstudiums ohne große Zulassungshürden und zu weitaus geringeren Kosten zu absolvieren, um anschließend an einer Universität den Abschluss zu machen. Mit dieser Option erfüllen die Community Colleges eine wichtige gesellschaftliche Funktion, denn sie öffnen denjenigen, die sonst wenig Chancen hätten, ein reguläres Studium erfolgreich zu absolvieren, einen Weg zum College-Abschluss. Angesichts der explodierenden Studiengebühren gehen jedoch heute auch immer mehr Mittelschichts-Amerikaner, die eigentlich auch für eine direkte Uni-Zulassung qualifiziert wären, den Weg über ein Community College, um Kosten zu sparen.

Berufsbildung und Allgemeinbildung

Aktuell gibt es in den USA rund 1.200 Community Colleges, die meisten in staatlicher Trägerschaft. Nach zwei Jahren wird ein Associate-Abschluss verliehen: Entweder ein „Associate of Applied Science“ (AAS), wenn man ein berufsbildendes Programm wählt, oder ein „Associate of Arts“ (AA) bzw. „Associate of Science“ (AS), wenn man im allgemeinbildenden akademischen Zweig eingeschrieben ist und das Weiterstudium an einer Universität plant. In diesem Fall belegt man Kurse aus einem breiten Fächerspektrum sowie mitunter auch erste Kurse zum angestrebten Hauptfach an der Uni. Diese Kurse werden in der Regel voll anerkannt, so dass bis zum Bachelorabschluss nur noch zwei weitere Jahre nötig sind. Dieses „2+2-System“ ist bei amerikanischen und zunehmend auch bei ausländischen Studenten sehr beliebt, zumal häufig der spätere Wechsel an eine bestimmte Uni garantiert wird. Oft bieten die Community Colleges sogar bessere Lernbedingungen als die Unis, weil die Klassengrößen kleiner und die Betreuung intensiver ist.

Geringe Kosten und einfache Zulassung

Das Studium an einem staatlichen Community College kostet durchschnittlich rund 5.000 US-Dollar Gebühren pro Jahr für die Einwohner des jeweiligen US-Staates; Studierende von außerhalb (inkl. Ausland) zahlen durchschnittlich rund 8.500 Dollar. Die durchschnittlichen Studiengebühren an einem privaten Community College – das dann oft „Junior College“ genannt wird – betragen rund 15.500 US-Dollar pro Jahr. Zwischen den US-Staaten und den einzelnen Colleges gibt es zum Teil erhebliche Schwankungen. Was aus deutscher Sicht immer noch teuer erscheint, ist angesichts von Studiengebühren von bis zu 56.000 Dollar an manchen privaten Unis auf jeden Fall „affordable“, also bezahlbar.

Neben den geringeren Kosten sind es vor allem die niedrigen Zulassungshürden, die Community Colleges für viele attraktiv machen. Nach dem Grundsatz des „open access“ wird aufgenommen, wer immer da kommt. Und das sind immer häufiger Menschen, die nicht direkt von der Schule kommen, sondern bereits berufstätig sind und sich weiterbilden wollen. Gerade für Menschen aus bildungsfernen und einkommensschwachen Schichten oder für Einwanderer und ethnische Minderheiten bieten die Community Colleges eine Möglichkeit zum gesellschaftlichen Aufstieg, weshalb sie nicht selten als „people’s or democracy’s colleges“ gefeiert werden. Aus diesem Grund betonte auch US-Präsident Barack Obama die hohe Bedeutung der Community Colleges und warb (vergeblich) dafür, sie flächendeckend gebührenfrei zu machen, was ihm den Titel „Community College President“ einbrachte.

Community College: Anerkennung in Deutschland

Wer sich für ein Studium am Community College interessiert, muss wissen: Der dort verliehene Associate-Abschluss ist in Deutschland nicht anerkannt, und die belegten Kurse können in aller Regel nicht auf ein Bachelorstudium an einer deutschen Hochschule angerechnet werden. Auch als Berufsausbildung ist der Abschluss nicht gleichwertig. Das Community College eignet sich aus deutscher und europäischer Sicht somit nur als „Zwischenstufe“ auf dem Weg zu einem regulären Bachelorabschluss von einer anerkannten US-Universität. In dieser Hinsicht jedoch sind die Community Colleges eine attraktive Option, mit der ein Bachelorstudium in den USA kein Vermögen kosten muss. Manche Community Colleges bieten sogar qualifizierten Zehntklässlern die Möglichkeit, gleichzeitig ein amerikanisches High-School-Diplom und einen Associate-Abschluss zu machen, wodurch sich die Studiendauer bis zum Bachelor auf zwei Jahre verkürzt. Bei der Auswahl einer geeigneten Einrichtung sollte darauf geachtet werden, dass das Community College Erfahrung mit internationalen Studenten hat, eine gute Betreuung bietet und über ein starkes „College Transfer“-Programm (2+2) verfügt.

Beratung durch consultUS

Die Experten von consultUS beraten Sie gerne bei der Auswahl eines geeigneten Community College und unterstützen Sie bei der Anmeldung und den einzureichenden Unterlagen (z.B. Übersetzung von Zeugnissen und anderer Dokumente).
Einfach E-Mail an info [at] consultUS [punkt] org.

Video-Tour: Diese 9 Unis in Boston muss man kennen!

Boston ist die US-Studentenmetropole schlechthin. Nirgendwo sonst gibt es eine solche Dichte an exzellenten Colleges und Universitäten: Mehr als 50 sind es, wenn man nicht nur Boston selbst, sondern die gesamte Region betrachtet. Und doch hat man im Ausland oft nur von Harvard und MIT gehört – dabei hat die Region so viel mehr zu bieten! Im Juli 2016 habe ich gemeinsam mit anderen Studienberatern aus aller Welt neun herausragende und höchst unterschiedliche Hochschulen in Boston besucht. Meine Kamera war immer dabei, und so freue ich mich, jetzt den Film THE BOSTON COLLEGE TOUR: 9 UNIVERSITIES IN 9 MINUTES zu präsentieren – ein Kurztrip durch die vielfältige Hochschullandschaft der Stadt, der hoffentlich Lust auf mehr macht. Für Fragen und Beratung zum Studium in Boston stehe ich natürlich gern zur Verfügung. Viel Spaß!

Im Video sind zu sehen (in dieser Reihenfolge): Suffolk University ++ Emerson College ++ Boston University ++ Tufts University ++ Wellesley College ++ Babson College ++ Bentley University ++ Brandeis University ++ Northeastern University. Mehr Informationen zu diesen Hochschulen auf https://consultUS.org/study-in-boston.

Im September: Kostenloser TOEFL-Kurs vom Testveranstalter

Ab September 2016 gibt es wieder eine Möglichkeit, sich kostenlos auf den TOEFL-Test vorzubereiten. Zum zweiten Mal bietet der Testveranstalter ETS unter dem Titel „TOEFL Test Preparation: The Insider’s Guide“ einen Massive Open Online Course (MOOC) zur Testvorbereitung an. Der Kurs startet am 7. September 2016 und dauert 6 Wochen; eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Inhaltlich bietet der Kurs eine Mischung aus kurzen Vorlesungen, „Inside the TOEFL“-Videos zu jedem Fragetyp sowie Beispielfragen aus früheren Tests, einschließlich Erläuterungen zu den Antworten. Mehrfach können kurze Probetests abgelegt werden, um sich einen Eindruck vom eigenen Leistungsstand zu verschaffen. Zeitaufwand circa 2-4 Stunden pro Woche. Wer bereits sehr gut Englisch spricht, dürfte allerdings im Kurs unterfordert sein. Anmeldung ab sofort hier.

Bewerbung und Zulassung an Harvard: Worauf es ankommt

Kürzlich war ich auf einer Campusreise in Boston und habe bei der Gelegenheit auch mal wieder an der Harvard University vorbeigeschaut. Und der kleine Abstecher hat sich gelohnt! Im historischen Sanders Theater lief eine Informationsveranstaltung für Studieninteressierte. Es war Samstag vormittag, und das Auditorium war voll besetzt mit Schülern, Eltern und anderen Besuchern. Auf der Bühne: keine langweilige, zig-mal gehörte Powerpoint-Präsentation, sondern ein lebendiges Gespräch zwischen einem Repräsentanten der Universität und zwei aktuellen Studentinnen zu verschiedenen Aspekten des Studiums an Harvard. Sehr persönlich, sehr dem Publikum zugewandt. Da habe ich an anderen US-Eliteunis schon ganz anderes erlebt.

„Objektive Qualifikationen spielen für die Zulassung letztlich keine Rolle“

Das Beste kam jedoch zum Schluss. Nachdem die beiden Studentinnen die Bühne verlassen hatten, hielt der Harvard-Repräsentant eine knapp 15-minütige Rede, in der er erläuterte, nach welchen Kriterien und Verfahren die Zulassungsentscheidungen zum Bachelorstudium an Harvard getroffen werden. Nichts grundlegend Neues, aber selten habe ich das Verfahren der „highly selective college admissions“ so anschaulich und eindringlich beschrieben gehört. Ein exzellenter Vortrag, der mir und den anwesenden Kollegen aus dem Herzen sprach, denn genau diese Punkte sind es, die wir den Schülern in der Studienberatung zu vermitteln versuchen. Und wenn es „straight from the horse’s mouth“ kommt, ist es natürlich noch einmal überzeugender.

Für alle, die an Harvard und ähnlich renommierten Universitäten studieren möchten und nicht dabei sein konnten, habe ich den Vortrag mit meiner Kamera festgehalten. In den ersten Minuten ist das Bild noch etwas wackelig, weil der junge Mann vor mir sich nicht entscheiden konnte, ob er seine Basecap auf- oder absetzen wollte. Auch der Ton ist trotz Mikrofon nicht immer klar verständlich; deshalb habe ich den Vortrag sicherheitshalber untertitelt. Was hier über die Zulassung an Harvard gesagt wird, gilt so oder so ähnlich  auch für andere US-Hochschulen, an denen nur ein Bruchteil der Bewerber zugelassen wird.

Ob das Ganze „fair“ ist – wie im Vortrag behauptet – sei mal dahingestellt. Nicht erwähnt wird nämlich, dass die Kinder von Ehemaligen (sogenannte „legacy students“) deutlich höhere Chancen auf Zulassung haben und die Eliteunis hier auch gerne ein Auge zudrücken bei den Kriterien. An Harvard bestehen rund 12-13 Prozent eines Jahrgangs aus „legacies“. Ihre Zulassungsquote liegt bei rund 30 Prozent und ist damit rund sechsmal so hoch wie für normale Bewerber. Auch für leistungsstarke Sportler werden die Kriterien häufig etwas aufgeweicht, denn die Eliteunis wollen natürlich auch ihre Sportmannschaften siegen sehen. (Nachzulesen in The Price of Admission: How America’s Ruling Class Buys Its Way into Elite Colleges–and Who Gets Left Outside the Gates vom Wall Street Journal-Reporter und Harvard-Absolventen Daniel Golden.)