Kurz erklärt: Was sind Community Colleges?

Community Colleges sind eine in den USA weit verbreitete Hochschulform, für die es in Europa keine direkte Entsprechung gibt.  Zum einen sind sie Einrichtungen der (höheren) Berufsbildung, die zweijährige Ausbildungsgänge in einer Vielzahl von Berufen anbieten und auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt vorbereiten. Zum anderen bieten sie die Möglichkeit, die ersten beiden Jahre eines (vierjährigen) Bachelorstudiums ohne große Zulassungshürden und zu weitaus geringeren Kosten zu absolvieren, um anschließend an einer Universität den Abschluss zu machen. Mit dieser Option erfüllen die Community Colleges eine wichtige gesellschaftliche Funktion, denn sie öffnen denjenigen, die sonst wenig Chancen hätten, ein reguläres Studium erfolgreich zu absolvieren, einen Weg zum College-Abschluss. Angesichts der explodierenden Studiengebühren gehen jedoch heute auch immer mehr Mittelschichts-Amerikaner, die eigentlich auch für eine direkte Uni-Zulassung qualifiziert wären, den Weg über ein Community College, um Kosten zu sparen.

Berufsbildung und Allgemeinbildung

Aktuell gibt es in den USA rund 1.200 Community Colleges, die meisten in staatlicher Trägerschaft. Nach zwei Jahren wird ein Associate-Abschluss verliehen: Entweder ein „Associate of Applied Science“ (AAS), wenn man ein berufsbildendes Programm wählt, oder ein „Associate of Arts“ (AA) bzw. „Associate of Science“ (AS), wenn man im allgemeinbildenden akademischen Zweig eingeschrieben ist und das Weiterstudium an einer Universität plant. In diesem Fall belegt man Kurse aus einem breiten Fächerspektrum sowie mitunter auch erste Kurse zum angestrebten Hauptfach an der Uni. Diese Kurse werden in der Regel voll anerkannt, so dass bis zum Bachelorabschluss nur noch zwei weitere Jahre nötig sind. Dieses „2+2-System“ ist bei amerikanischen und zunehmend auch bei ausländischen Studenten sehr beliebt, zumal häufig der spätere Wechsel an eine bestimmte Uni garantiert wird. Oft bieten die Community Colleges sogar bessere Lernbedingungen als die Unis, weil die Klassengrößen kleiner und die Betreuung intensiver ist.

Geringe Kosten und einfache Zulassung

Das Studium an einem staatlichen Community College kostet durchschnittlich rund 5.000 US-Dollar Gebühren pro Jahr für die Einwohner des jeweiligen US-Staates; Studierende von außerhalb (inkl. Ausland) zahlen durchschnittlich rund 8.500 Dollar. Die durchschnittlichen Studiengebühren an einem privaten Community College – das dann oft „Junior College“ genannt wird – betragen rund 15.500 US-Dollar pro Jahr. Zwischen den US-Staaten und den einzelnen Colleges gibt es zum Teil erhebliche Schwankungen. Was aus deutscher Sicht immer noch teuer erscheint, ist angesichts von Studiengebühren von bis zu 56.000 Dollar an manchen privaten Unis auf jeden Fall „affordable“, also bezahlbar.

Neben den geringeren Kosten sind es vor allem die niedrigen Zulassungshürden, die Community Colleges für viele attraktiv machen. Nach dem Grundsatz des „open access“ wird aufgenommen, wer immer da kommt. Und das sind immer häufiger Menschen, die nicht direkt von der Schule kommen, sondern bereits berufstätig sind und sich weiterbilden wollen. Gerade für Menschen aus bildungsfernen und einkommensschwachen Schichten oder für Einwanderer und ethnische Minderheiten bieten die Community Colleges eine Möglichkeit zum gesellschaftlichen Aufstieg, weshalb sie nicht selten als „people’s or democracy’s colleges“ gefeiert werden. Aus diesem Grund betonte auch US-Präsident Barack Obama die hohe Bedeutung der Community Colleges und warb (vergeblich) dafür, sie flächendeckend gebührenfrei zu machen, was ihm den Titel „Community College President“ einbrachte.

Community College: Anerkennung in Deutschland

Wer sich für ein Studium am Community College interessiert, muss wissen: Der dort verliehene Associate-Abschluss ist in Deutschland nicht anerkannt, und die belegten Kurse können in aller Regel nicht auf ein Bachelorstudium an einer deutschen Hochschule angerechnet werden. Auch als Berufsausbildung ist der Abschluss nicht gleichwertig. Das Community College eignet sich aus deutscher und europäischer Sicht somit nur als „Zwischenstufe“ auf dem Weg zu einem regulären Bachelorabschluss von einer anerkannten US-Universität. In dieser Hinsicht jedoch sind die Community Colleges eine attraktive Option, mit der ein Bachelorstudium in den USA kein Vermögen kosten muss. Manche Community Colleges bieten sogar qualifizierten Zehntklässlern die Möglichkeit, gleichzeitig ein amerikanisches High-School-Diplom und einen Associate-Abschluss zu machen, wodurch sich die Studiendauer bis zum Bachelor auf zwei Jahre verkürzt. Bei der Auswahl einer geeigneten Einrichtung sollte darauf geachtet werden, dass das Community College Erfahrung mit internationalen Studenten hat, eine gute Betreuung bietet und über ein starkes „College Transfer“-Programm (2+2) verfügt.

Beratung durch consultUS

Die Experten von consultUS beraten Sie gerne bei der Auswahl eines geeigneten Community College und unterstützen Sie bei der Anmeldung und den einzureichenden Unterlagen (z.B. Übersetzung von Zeugnissen und anderer Dokumente).
Einfach E-Mail an info [at] consultUS [punkt] org.

Kurz vorgestellt: Stanford University

Die private Stanford University in Kalifornien zählt zu den renommiertesten Universitäten der Welt. Mit insgesamt rund 15.000 Studierenden, davon knapp die Hälfte im Bachelorstudium, hat die Hochschule für viele genau die richtige Größe: nicht zu groß, nicht zu klein. Gelegen ist Stanford in der San Francisco Bay Area, unweit der Stadt Palo Alto, einer High-Tech Hochburg im nordwestlichen Silicon Valley. Ein Studienplatz an Stanford ist heiß begehrt: Im letzten Jahr (2015) wurden von 38.828 Bewerbern für das Bachelorstudium nur 2.209 zugelassen; das entspricht einer Quote von 5,7 Prozent. Fast alle zugelassenen Bewerber zählten zu den besten 10 Prozent ihres Jahrgangs, und rund 75 Prozent hatten beim Eignungstest SAT mehr als 700 Punkte (von 800) in den einzelnen Abschnitten erreicht. Damit liegt Stanford in punkto Reputation und Zulassungschancen inzwischen gleichauf mit den Ivy League-Elitehochschulen an der amerikanischen Ostküste.

Stanford und die Ivy League

Abgesehen von den Zulassungsstatistiken gibt es jedoch erhebliche Unterschiede zwischen Stanford und der Ivy League. Das liegt nicht nur daran, dass in Kalifornien häufiger und länger die Sonne scheint als in Massachusetts oder Connecticut. Die ganze intellektuelle Kultur und die Atmosphäre auf dem Campus sind anders. Während die ersten großen Universitäten an der Ostküste ursprünglich nach europäischem Vorbild gegründet wurden, um über Fragen der menschlichen Existenz und den Sinn des Lebens nachzudenken, gründet sich Stanfords Ruhm auf seiner Stärke in den Naturwissenschaften und dem Ingenieurwesen, wo es um praktische Anwendungen und Erfindergeist geht und weniger darum, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. In diesem Sinne ist Stanford die erste große wirklich „amerikanische“ Universität. Erst später kamen dann auch exzellente Programme in den Geistes- und Sozialwissenschaften hinzu. Diese unterschiedliche Ausrichtung merkt man bis heute; sie wird noch verstärkt durch die typisch kalifornische „Laid back“-Mentalität.

Stanford University-2Auch äußerlich sieht man die Unterschiede: Stanfords großer grüner Campus mit seinen im spanischen Kolonialstil gehaltenen, von roten Ziegeln bedeckten Gebäuden ist offen und der Welt zugewandt, während die efeuumrankten, neogotischen Innenhöfe der Ostküsten-Unis eher den Blick nach innen symbolisieren – auch wenn Architekturkritiker gelegentlich spötteln, der Stanford-Campus sehe aus wie das größte mexikanische Restaurant der Welt. Aber Stanford unterscheidet sich auch vom großen lokalen Rivalen UC Berkeley, der vielleicht besten staatlichen Universität der USA, die nur wenige Meilen entfernt liegt. Während auf dem Berkeley-Campus mit seinen 35.000 Studierenden ein ständiges Gewusel herrscht und der legendäre Polit-Aktivismus noch immer zu finden ist, geht es an Stanford ruhiger, gediegener und wohlhabender zu – schließlich ist das Studium hier mit Gebühren von aktuell rund 42.000 US-Dollar pro Jahr auch bedeutend kostspieliger.

Überall Spitze: Studienfächer an Stanford

Stanfords große akademische Stärken liegen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, in Informatik, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft. Doch auch die anderen Fachbereiche sind durch die Bank hervorragend. Aber wie an den meisten anderen US-Hochschulen gibt es auch hier umfangreiche allgemeinbildende „general education requirements“, die alle Bachelorstudenten unabhängig vom ihrem späteren Hauptfach belegen müssen. Im ersten Studienjahr zum Beispiel ist in jedem Quartal ein Einführungskurs in die Geisteswissenschaften vorgeschrieben, in dem die Studierenden sich in der Textanalyse üben sollen. Auch Schreibkurse und Fremdsprachen stehen auf dem Programm. Ihr Hauptfach („major“) wählen die Bachelorstudenten erst im Verlauf des Studiums, basierend auf ihren intellektuellen Interessen und in Absprache mit Ihrem Academic Director und „Pre-Major Advisor“.

Das Studium an Stanford ist höchst anspruchsvoll, bietet aber auch viel Flexibilität, ungewöhnliche, interdisziplinäre Programme sowie die Möglichkeit, sich bereits früh an der wissenschaftlichen Forschung zu beteiligen. Die allermeisten Lehrveranstaltungen werden von den Professoren selbst unterrichtet, nicht von ihren Assistenten, wie oft an großen Hochschulen üblich. In rund drei Vierteln der Kurse sitzen nach Angaben der Hochschule nicht mehr als 20 Studierende – da ist Raum für intensive Diskussionen.

Studentisches Leben

Stanford-4Der Großteil des Soziallebens an Stanford spielt sich auf dem Campus ab. Alle Studienanfänger werden in Wohnheimen untergebracht. Die meisten bleiben auch dort, da das Silicon Valley extrem teuer ist. Die nahegelegenen Hügel eignen sich perfekt zum Joggen und Radfahren; außerdem sind die Pazifikküste und San Francisco in weniger als einer Stunde erreichbar. Etwas längere Ausflüge führen in die Sierra Nevada oder nach Los Angeles. Wenn man von Freizeitaktivitäten an Stanford spricht, darf natürlich auch der Sport nicht unerwähnt bleiben, denn die Begeisterung dafür ist riesig, und die Teams der Hochschule haben seit 1980 fast 80 nationale Meistertitel geholt, insbesondere im Baseball und im Football. Das jährliche Football-Duell gegen den Erzrivalen Berkeley ist als „Big Game“ bekannt. Auch für Freizeitsportler gibt es zahlreiche Möglichkeiten; allein der Sportkomplex der Hochschule umfasst 26 Tennisplätze, 2 Turnhallen, ein Stadion, einen Golfplatz und 4 Schwimmbecken. Kurz gesagt, Stanford bietet das komplette Paket: erstklassiges Studium, erstklassigen Sport, sonniges Wetter, faszinierende Leute und kalifornische Entspanntheit.

Bewerbung an Stanford

Wer sich erfolgreich an Stanford bewerben will, braucht vor allem eines: herausragende Schulnoten und Top-Ergebnisse in den Eignungstests SAT oder ACT sowie den Nachweis sehr guter Englischkenntnisse in den Sprachtests TOEFL oder IELTS. Doch das allein genügt nicht: Die Universität schaut auch danach, was jemand außerhalb des Unterrichts so alles auf die Beine stellt. Gefragt sind Begeisterung, Eigeninitiative, Verantwortungsbereitschaft, Führungskraft und generell ein attraktives Persönlichkeitsprofil. Dies ist nicht Stanford-spezifisch, sondern gilt für alle hochrangigen US-Universitäten. Dennoch ist die Konkurrenz hier natürlich besonders groß. Um die Bewerber besser kennenzulernen, verlangt Stanford neben dem Haupt-Bewerbungsessay noch drei weitere Kurzessays, die schon so manchem Bewerber Kopfzerbrechen bereitet haben. In jeweils nicht mehr als 250 Wörtern gilt es, folgende Fragen originell zu beantworten:

  • Stanford students possess an intellectual vitality. Reflect on an idea or experience that has been important to your intellectual development.
  • Virtually all of Stanford’s undergraduates live on campus. Write a note to your future roommate that reveals something about you or that will help your roommate — and us — know you better.
  • What matters to you, and why?

Kosten eines Studiums an Stanford

Stanford-3Summa summarum (also inkl. Unterkunft im Wohnheim und Verpflegung) belaufen sich die Studienkosten an Stanford zurzeit auf circa 60.000 US-Dollar pro Jahr. Gleichzeitig vergibt die Universität aber auch zum Teil sehr hohe Stipendien bis hin zur Übernahme der kompletten Kosten – und zwar auch für internationale Bewerber! Bei diesen Finanzhilfen handelt es sich um „need-based aid“, d.h. die Förderung beruht allein auf finanzieller Bedürftigkeit. Wer sich dafür bewerben will, muss zusammen mit der Bewerbung die finanzielle Situation der Familie offen legen, ähnlich wie beim Bafög in Deutschland. Im Falle einer Zulassung übernimmt die Universität dann die Differenz zwischen dem, was die Familie selbst zahlen kann und dem, was es insgesamt kostet. Anders ausgedrückt: Wer das Studium bezahlen kann, muss auch zahlen und bekommt kein Stipendium. Wer nicht (alles) zahlen kann, wird unterstützt. Der Haken für ausländische Bewerber ist natürlich, dass die Zahlungsfähigkeit eine gewisse Rolle bei der Zulassungsentscheidung spielt, d.h. je mehr Geld man von der Universität benötigen würde, desto unwiderstehlicher muss die Bewerbung sein. Also noch unwiderstehlicher als sie bei der großen Konkurrenz ohnehin schon sein muss.

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