Kurz vorgestellt: Columbia University

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Die private Columbia University in New York City (Manhattan) zählt zu den acht Ivy League-Universitäten und damit auch zu den renommiertesten Hochschulen weltweit. Sie ist bekannt für ein anspruchsvolles Studium und Spitzenleistungen in der Wissenschaft. Anders als der lokale Rivale, die New York University (NYU), verfügt sie über einen sehr schönen, traditionellen Campus in der Upper West Side (Morningside Heights), einer hübschen, recht wohlhabenden und ziemlich sicheren Gegend unweit des Central Park. Fast alle Bachelorstudenten wohnen während der gesamten vier Jahre auf dem Campus, und auch viele Professoren haben ihre Apartments in der näheren Umgebung. Dadurch entsteht ein starkes Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeits-gefühl unter den rund 26.000 Studierenden (davon rund 8.000 im Bachelorstudium).

Zwei Jahre Studium Generale: Das Core Curriculum

Für das Bachelorstudium ist vor allem das Columbia College zuständig, das rund 60 Studienfächer in den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften anbietet. Das wichtigste Merkmal des Bachelorstudiums an Columbia ist das sogenannte Core Curriculum, auf das die Universität sehr stolz ist. „Core Curriculum“ bedeutet, dass alle Studierenden in den ersten zwei Studienjahren in kleinen, diskussionsorientierten Seminaren mit max. 25 Teilnehmern die gleichen Texte aus verschiedenen Fachbereichen (z.B. Literatur, Naturwissenschaft, Fremdsprachen etc.) lesen und besprechen – unabhängig von ihrem späteren Hauptfach. Dieses Studium Generale soll der Allgemeinbildung dienen und die kritische Reflexion über Fächergrenzen hinweg (interdisziplinär) fördern, so dass die Absolventen der Universität „well-rounded persons“ sind. Erst am Ende das zweiten Studienjahres wählen die Columbia-Studenten ihr Hauptfach, in dem sie dann rund 10 Kurse belegen. Das Studium gliedert sich also wie folgt: ein Drittel Core Curriculum, ein Drittel Hauptfach, ein Drittel Kurse nach Wahl, „concentrations“ oder ein zweites Hauptfach („double major“).

DSC03602Die Qualität des Studiums ist durch die Bank hervorragend. Die besten Angebote finden sich in Anglistik, Geschichte, Politikwissenschaft und Psychologie. Bei den Naturwissenschaften stechen insbesondere Chemie und Biologie hervor. Darüber hinaus stehen Kurse in 40 verschienden Fremdsprachen zur Auswahl, darunter Serbokroatisch, Usbekisch oder Hausa. Besonders der Fachbereich für Ostasiatische Sprachen und Kulturen sucht weltweit seinesgleichen. Zudem bietet Columbia zahlreiche anspruchsvolle Fächerkombinationen wie z.B. Philosophie/VWL oder Biologie/Psychologie. Für die bildenden Künste gehört die Universität zwar nicht zu den ersten Adressen, aber dafür ist das Angebot im Bereich Musik fast unschlagbar, nicht zuletzt aufgrund der Möglichkeit, parallel zum Studium Instrumentalunterricht an der berühmten Juilliard School of Music zu nehmen oder sogar einen Doppelabschluss (Bachelor of Arts/Master of Music) von beiden Institutionen zu erwerben. Wer sich allerdings für BWL (Business Management) interessiert, ist an Columbia falsch, denn wie an vielen anderen Elitehochschulen der USA wird dieses Fach als Bachelorstudiengang gar nicht angeboten, sondern erst im Masterstudium. An Columbia gibt es Business lediglich als „concentration“, also nicht als vollwertiges Hauptfach. Dabei handelt es sich um einige BWL-Kurse, die von der Columbia Business School speziell für das Bachelorstudium konzipiert werden. (Die Nummer Eins in Sachen Undergraduate Business in New York ist die Stern School of Business an der NYU.)

Neben der Qualität der akademischen Ausbildung an Columbia bietet natürlich auch der Standort New York City zahlreiche Vorteile, insbesondere in Bezug auf Jobs und Praktika. Die Universität verfügt über hervorragende „Career Services“, die den Studenten bei der Suche nach Praktikumsplätzen in NCY und darüber hinaus behilflich sind. Auch Internationalität ist ein Merkmal des Studiums an Columbia. Nicht nur dass die Hochschule viele Bewerber aus dem Ausland anzieht, auch rund ein Drittel der Columbia-Studenten verbringt während ihres dritten Studienjahres eine Zeit im Ausland. New York City ist bekanntermaßen ein sehr teures Pflaster, aber durch die Unterbringung in den Wohnheimen auf dem Campus sind die Studenten vor den hohen Mieten in Manhattan geschützt; außerdem gibt es etliche Studentenrabatte, z.B. über die „Columbia University Arts Initiative“, über die Columbia-Studenten vergünstigte Tickets für Kulturveranstaltungen bekommen können.

Stipendien für ausländische Studenten

DSC03601Die Studienkosten an Columbia betragen jährlich rund 62.000 US-Dollar (einschließlich Unterbringung auf dem Campus und Verpflegung). Gleichzeitig vergibt die Universität aber auch zum Teil sehr hohe Stipendien bis hin zur Übernahme der kompletten Kosten – und zwar auch für internationale Bewerber! Bei diesen Finanzhilfen handelt es sich um „need-based aid“, d.h. die Förderung beruht allein auf finanzieller Bedürftigkeit. Wer sich dafür bewerben will, muss zusammen mit der Bewerbung die finanzielle Situation der Familie offen legen, ähnlich wie beim Bafög in Deutschland. Im Falle einer Zulassung übernimmt die Universität dann die Differenz zwischen dem, was die Familie selbst zahlen kann und dem, was es insgesamt kostet. Anders ausgedrückt: Wer das Studium bezahlen kann, muss auch zahlen und bekommt kein Stipendium. Wer nicht (alles) zahlen kann, wird unterstützt. Der Haken für ausländische Bewerber ist natürlich, dass die Zahlungsfähigkeit eine gewisse Rolle bei der Zulassungsentscheidung spielt, d.h. je mehr Geld man von der Universität benötigen würde, desto unwiderstehlicher muss die Bewerbung sein. Also noch unwiderstehlicher als sie bei der großen Konkurrenz ohnehin schon sein muss.

Denn die Zulassung zu Columbia ist extrem schwierig. Im letzten Jahr (2014) lag die Zulassungsquote unterhalb 7 Prozent. Neben herausragenden Schulnoten und Top-Scores in den Sprach- und Eignungstests (TOEFL und SAT plus 2 SAT Subject Tests oder alternativ den ACT Plus Writing) ist auch noch ein hohes Maß an „Involvement“ in einem oder mehreren außerschulischen Bereichen gefragt. Dazu am besten noch Preise in Wettbewerben wie Jugend forscht usw. Viel hängt auch von den Bewerbungsessays und den Empfehlungsschreiben der Lehrer ab. Eine interessante und vielseitige Persönlichkeit sowie charakterliche Reife  sind ebenfalls wichtig. Worauf die Universität bei der Zulassung alles achtet, kann man hier nachlesen.

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Fotos: (c) Carsten Bösel