Ab August 2019: TOEFL-Test wird 30 Minuten kürzer

Ab dem 1. August 2019 dauert der TOEFL iBT nur noch 3 Stunden statt wie bisher 3 Stunden und 30 Minuten. Eingespart wird die halbe Stunde bei den Testabschnitten „Reading“, „Listerning“ und „Speaking“. An den Inhalten und am Format der Fragen ändert sich jedoch nichts; auch die Punkteskala bleibt gleich. Die Entscheidung des Testveranstalters ETS, die Prüfung um 30 Minuten zu kürzen, hängt sicherlich auch mit der wachsenden Konkurrenz zusammen: Der IELTS-Test dauert nur 2 Stunden und 45 Minuten; beim Duolingo Englisch Test, der zurzeit in einer Pilotphase läuft und bereits von einigen Universitäten akzeptiert wird, sind es sogar nur 45 Minuten.

Mehr Punkte im TOEFL durch Kombination mehrerer Tests

Eine weitere Neuerung ist die Funktion „MyBest“: Damit ist es künftig möglich, die besten Teilergebnisse aus mehreren Versuchen im TOEFL-Test in den letzten zwei Jahren zu einem sogenannten „Superscore“ zusammenzufügen und somit eine höhere Gesamtpunktzahl zu erzielen. Bei der Übermittlung der Ergebnisse an Universitäten und andere Stellen wird dieser „MyBest“-Score automatisch mitgeschickt. Näheres zu den Änderungen hier.

Für Eilige: US-Bachelorabschluss in nur zwei Jahren

Ein Bachelorstudium in den USA dauert normalerweise vier Jahre. Entweder man studiert die kompletten vier Jahre an einer Universität oder man besucht zunächst zwei Jahre lang ein Community College und wechselt anschließend auf eine Universität, um dort nach zwei weiteren Jahren den Bachelortitel zu erwerben. Dieses „2+2-Modell“ ist bei amerikanischen und ausländischen Studierenden äußerst beliebt, nicht zuletzt aufgrund der finanziellen Ersparnis, da das Studium an einem Community College weitaus weniger kostet. Außerdem bietet das Transfer-Modell die Möglichkeit, bei guten Leistungen auch an namhaften Universitäten angenommen zu werden, auf die man es direkt nach der Schule vielleicht nicht geschafft hätte.

Mit 19 oder 20 den Bachelor in der Tasche

Aber 2+2 muss nicht immer 4 heißen, es geht auch schneller: Mit seinem High School Completion Plus-Programm bietet das Seattle Central College im US-Staat Washington (Foto, Mitte) leistungsstarken Schülern die Möglichkeit, diesen 2+2-Weg bereits früher einzuschlagen, nämlich schon während der Schulzeit. Anstatt also erst nach dem Abitur mit dem Bachelorstudium in den USA zu beginnen, können Teilnehmer dieses Programms bereits die 11. und 12. Klasse am Community College verbringen und gleichzeitig einen amerikanischen High School-Abschluss und einen Associate-Abschluss erwerben! Im Anschluss kann es direkt an einer Universität weitergehen, wo es dann nur noch zwei Jahre sind bis zum Abschluss. Das heißt: Mit 19 oder 20 Jahren hat man den Bachelor in der Tasche! Und zwar nicht von irgendeiner No-Name-Universität, sondern zum Beispiel von der weltbekannten University of Washington, die nur wenige Blocks von Seattle Central College entfernt liegt.

Weniger Studiengebühren zahlen

Das Ganze spart nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld, wie ein Kostenvergleich zeigt (aufgeführt sind jeweils nur die Studiengebühren; Lebenshaltungskosten müssen hinzugerechnet werden):

Durchschnittliche Studiengebühren für ein
Bachelorstudium an einer staatlichen US-Universität:

  1. Jahr: $25.000
  2. Jahr: $25.000
  3. Jahr: $25.000
  4. Jahr: $25.000
    =============
    Gesamt: $100.000

Studiengebühren für ein USA-Bachelorstudium
im Dual Degree-Programm des Seattle Central College:

  1. Jahr: $9.500 (11. Klasse, Seattle College, entspricht 1. Jahr Universität)
  2. Jahr: $9.500 (12. Klasse, Seattle College, entspricht 2. Jahr Universität)
  3. Jahr: $25.000 (Universität)
  4. Jahr: $25.000 (Universität)
    ==============
    Gesamt: $69.000

Das Seattle Central College liegt mitten in Seattle und wurde vor einigen Jahren von der Zeitschrift TIME Magazine zu einem der besten Community Colleges der USA gekürt. In den letzten drei Jahrzehnten hat die Hochschule rund 30.000 internationale Studenten aufgenommen und auf ihrem Weg begleitet. An dem High School Completion Plus-Programm haben bereits mehr als 20.000 amerikanische und internationale Schüler teilgenommen. Das College verfügt zudem über exzellente Kontakte zu weiterführenden Colleges und Universitäten. Die Unterbringung erfolgt zunächst bei Gastfamilien; ab 17 können die Teilnehmer dann auch in Apartments auf dem Campus wohnen. Das Mindestalter zum Programmbeginn (= Start der 11. Klasse) ist 16 Jahre.

Fragen zu diesem tollen Programm beantworte ich gerne und bin auch bei der Anmeldung behilflich. Kontakt telefonisch unter +49 30 44705285 oder per E-Mail unter info [at] consultUS [punkt] org.

Kurz erklärt: Was sind Community Colleges?

Community Colleges sind eine in den USA weit verbreitete Hochschulform, für die es in Europa keine direkte Entsprechung gibt.  Zum einen sind sie Einrichtungen der (höheren) Berufsbildung, die zweijährige Ausbildungsgänge in einer Vielzahl von Berufen anbieten und auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt vorbereiten. Zum anderen bieten sie die Möglichkeit, die ersten beiden Jahre eines (vierjährigen) Bachelorstudiums ohne große Zulassungshürden und zu weitaus geringeren Kosten zu absolvieren, um anschließend an einer Universität den Abschluss zu machen. Mit dieser Option erfüllen die Community Colleges eine wichtige gesellschaftliche Funktion, denn sie öffnen denjenigen, die sonst wenig Chancen hätten, ein reguläres Studium erfolgreich zu absolvieren, einen Weg zum College-Abschluss. Angesichts der explodierenden Studiengebühren gehen jedoch heute auch immer mehr Mittelschichts-Amerikaner, die eigentlich auch für eine direkte Uni-Zulassung qualifiziert wären, den Weg über ein Community College, um Kosten zu sparen.

Berufsbildung und Allgemeinbildung

Aktuell gibt es in den USA rund 1.200 Community Colleges, die meisten in staatlicher Trägerschaft. Nach zwei Jahren wird ein Associate-Abschluss verliehen: Entweder ein „Associate of Applied Science“ (AAS), wenn man ein berufsbildendes Programm wählt, oder ein „Associate of Arts“ (AA) bzw. „Associate of Science“ (AS), wenn man im allgemeinbildenden akademischen Zweig eingeschrieben ist und das Weiterstudium an einer Universität plant. In diesem Fall belegt man Kurse aus einem breiten Fächerspektrum sowie mitunter auch erste Kurse zum angestrebten Hauptfach an der Uni. Diese Kurse werden in der Regel voll anerkannt, so dass bis zum Bachelorabschluss nur noch zwei weitere Jahre nötig sind. Das „2+2-System“ ist bei amerikanischen und zunehmend auch bei ausländischen Studenten sehr beliebt, zumal häufig der spätere Wechsel an eine bestimmte Uni garantiert wird. Oft bieten die Community Colleges sogar bessere Lernbedingungen als die Unis, weil die Klassengrößen kleiner und die Betreuung intensiver ist.

Geringe Kosten und einfache Zulassung

Das Studium an einem staatlichen Community College kostet durchschnittlich rund 5.000 US-Dollar Gebühren pro Jahr für die Einwohner des jeweiligen US-Staates; Studierende von außerhalb (inkl. Ausland) zahlen durchschnittlich rund 8.500 Dollar. Die durchschnittlichen Studiengebühren an einem privaten Community College – das dann oft „Junior College“ genannt wird – betragen rund 15.500 US-Dollar pro Jahr. Zwischen den US-Staaten und den einzelnen Colleges gibt es zum Teil erhebliche Schwankungen. Was aus deutscher Sicht immer noch teuer erscheint, ist angesichts von Studiengebühren von bis zu 56.000 Dollar an manchen privaten Unis auf jeden Fall „affordable“, also bezahlbar.

Neben den geringeren Kosten sind es vor allem die niedrigen Zulassungshürden, die Community Colleges für viele attraktiv machen. Nach dem Grundsatz des „open access“ wird aufgenommen, wer immer da kommt. Und das sind immer häufiger Menschen, die nicht direkt von der Schule kommen, sondern bereits berufstätig sind und sich weiterbilden wollen. Gerade für Menschen aus bildungsfernen und einkommensschwachen Schichten oder für Einwanderer und ethnische Minderheiten bieten die Community Colleges eine Möglichkeit zum gesellschaftlichen Aufstieg, weshalb sie nicht selten als „people’s or democracy’s colleges“ gefeiert werden. Aus diesem Grund betonte auch US-Präsident Barack Obama die hohe Bedeutung der Community Colleges und warb (vergeblich) dafür, sie flächendeckend gebührenfrei zu machen, was ihm den Titel „Community College President“ einbrachte.

Community College: Anerkennung in Deutschland

Wer sich für ein Studium am Community College interessiert, muss wissen: Der dort verliehene Associate-Abschluss ist in Deutschland nicht anerkannt, und die belegten Kurse können in aller Regel nicht auf ein Bachelorstudium an einer deutschen Hochschule angerechnet werden. Auch als Berufsausbildung ist der Abschluss nicht gleichwertig. Das Community College eignet sich aus deutscher und europäischer Sicht somit nur als „Zwischenstufe“ auf dem Weg zu einem regulären Bachelorabschluss von einer anerkannten US-Universität. In dieser Hinsicht jedoch sind die Community Colleges eine attraktive Option, mit der ein Bachelorstudium in den USA kein Vermögen kosten muss. Manche Community Colleges bieten sogar qualifizierten Zehntklässlern die Möglichkeit, gleichzeitig ein amerikanisches High-School-Diplom und einen Associate-Abschluss zu machen, wodurch sich die Studiendauer bis zum Bachelor auf zwei Jahre verkürzt. Bei der Auswahl einer geeigneten Einrichtung sollte darauf geachtet werden, dass das Community College Erfahrung mit internationalen Studenten hat, eine gute Betreuung bietet und über ein starkes „College Transfer“-Programm (2+2) verfügt.