USA-Stipendien vom DAAD: Worauf es bei der Bewerbung ankommt

Studieren in den USA oder Kanada ist teuer. Zum Glück gibt es zahlreiche Stipendien, mit denen man zumindest einen Aufenthalt von ein oder zwei Semestern finanzieren kann. Zu den renommiertesten Förderprogrammen dieser Art zählen die Jahresstipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Diese Stipendien stehen Studierenden aller Fachrichtungen offen und werden für alle Weltregionen angeboten, also auch für Nordamerika. Wer ein solches Jahresstipendium ergattert, bekommt derzeit zwei Semester lang jeden Monat 925 Euro (USA) bzw. 775 Euro (Kanada) für die Lebenshaltungskosten sowie einen Zuschuss zu den Studiengebühren (max. 18.000 Euro/Jahr). Außerdem sind die Stipendiaten während ihres Aufenthalts versichert und können einen Reisekostenzuschuss beantragen. Und der Name DAAD macht sich natürlich sehr gut im Lebenslauf.

Wer sich für ein solches Stipendium bewerben möchte, muss zum Zeitpunkt der Bewerbung mindestens im zweiten Fachsemester sein. Es geht also nicht direkt nach dem Abitur, und auch nicht für ein komplettes Studium im Ausland! Die Stipendien werden in einer Leistungskonkurrenz vergeben, das heißt es kommt vor allem auf gute bis sehr gute Noten, gute Englischkenntnisse, eine überzeugende Begründung für den Auslandsaufenthalt sowie ein gutes Empfehlungsschreiben von einem Hochschullehrer bzw. einer Hochschullehrerin an. (Näheres zu den Bewerbungsmodalitäten hier.) Außerdem muss man sich den Studienplatz in den USA oder Kanada selbst besorgen – der DAAD vermittelt also keine Studienplätze im Ausland, sondern sorgt „nur“ für das Finanzielle. Dennoch gibt es eine lange Vorlaufzeit: Wer zum September (Fall Term) nach Nordamerika will, muss bereits am 15. Juli des Vorjahres (also 15 Monate im voraus) die Bewerbung beim DAAD einreichen.

Zunächst wird anhand der schriftlichen Unterlagen eine Vorauswahl getroffen; die verbliebenen Bewerber werden dann noch zu einem mündlichen Vorstellungsgespräch zum DAAD nach Bonn eingeladen. Worauf es bei der Nordamerika-Bewerbung im Allgemeinen und bei diesen persönlichen Auswahlgesprächen im Besonderen ankommt, ist im folgenden Video zu sehen, dass eine ehemalige DAAD-Stipendiatin produziert hat. Mut macht aus meiner Sicht vor allem folgende Feststellung: „Die Chancen auf ein DAAD-Stipendium sind gar nicht so schlecht. In der Regel können wir jedem dritten oder vierten Bewerber ein Stipendium verleihen.“

 

Schüler bekommt Zusage für alle acht Ivy League Universitäten

Wow. Wie Spiegel Online heute berichtet, ist es dem 17-jährigen Schüler Harold Ekeh aus New York gelungen, an allen acht Ivy League-Universitäten angenommen zu werden, außerdem noch am MIT und der Johns Hopkins University. Das ist natürlich eine Riesenleistung, insbesondere wenn man bedenkt, dass Harold erst mit acht Jahren mit seinen Eltern aus Nigeria in die USA gekommen ist. Dieser familiäre Hintergrund und die damit verbundenen Schwierigkeiten, die er überwinden musste, haben ohne Frage bei der Zulassungsentscheidung eine Rolle gespielt. Aber natürlich hatte Harold auch hervorragende Noten und Testergebnisse sowie ein beeindruckes außerunterrichtliches Engagement vorzuweisen. Unter anderem kam er bei einem landesweiten Wettbewerb zur Alzheimerforschung bis ins Halbfinale. Also: Respekt!

Als Studienberater frage ich mich allerdings, welche Bewerbungsstrategie der Schüler verfolgt hat, außer es einfach wahllos überall bei den „Großen“ zu versuchen. Denn die Ivy-League Universitäten sind eigentlich zu unterschiedlich und im Bachelorstudium teilweise gegensätzlich strukturiert, als dass man sich für alle gleichermaßen begeistern kann – es sei denn man schaut nur auf das Prestige. An der Columbia University zum Beispiel müssen alle Bachelorstudenten zunächst zwei Jahre lang ein relativ rigides „Core Curriculum“ durchlaufen, bevor sie sich mit ihrem eigentlichen Hauptfach befassen dürfen. Brown dagegen ist für sein „Open Curriculum“ bekannt, also das genaue Gegenteil: Hier dürfen die Bachelorstudenten ihre Kurse von Anfang an völlig frei wählen. Außerdem gilt Brown als sehr linksliberal, während beipielsweise an Dartmouth eine sehr konservativ-traditionelle Campus-Atmosphäre vorherrscht. Wer sich für ein Studium in der Großstadt etwa an Columbia oder UPenn begeistert, kann der ländlichen Isolation von Cornell in der Regel nicht viel abgewinnen. Und so weiter.

Entscheidend für den Bewerbungserfolg an selektiven US-Hochschulen ist es darzulegen, dass Hochschule und Bewerber in vielerlei Hinsicht perfekt zueinander passen („match“). Wer gut zu Yale passt, passt nicht unbedingt gut zu Brown. Wenn es dennoch im Ausnahmefall gelingt, alle Eliteuniversitäten gleichzeitig zu überzeugen – wunderbar. Aber als allgemeine Bewerbungsstrategie würde ich das  nicht empfehlen, sondern eher auf eine nach mehreren Kriterien sorgfältig zusammengestellte College-Liste setzen, die vor allem inhaltlich gut durchdacht ist und nicht nur auf die großen Namen setzt.