Ab August 2019: TOEFL-Test wird 30 Minuten kürzer

Ab dem 1. August 2019 dauert der TOEFL iBT nur noch 3 Stunden statt wie bisher 3 Stunden und 30 Minuten. Eingespart wird die halbe Stunde bei den Testabschnitten „Reading“, „Listerning“ und „Speaking“. An den Inhalten und am Format der Fragen ändert sich jedoch nichts; auch die Punkteskala bleibt gleich. Die Entscheidung des Testveranstalters ETS, die Prüfung um 30 Minuten zu kürzen, hängt sicherlich auch mit der wachsenden Konkurrenz zusammen: Der IELTS-Test dauert nur 2 Stunden und 45 Minuten; beim Duolingo Englisch Test, der zurzeit in einer Pilotphase läuft und bereits von einigen Universitäten akzeptiert wird, sind es sogar nur 45 Minuten.

Mehr Punkte im TOEFL durch Kombination mehrerer Tests

Eine weitere Neuerung ist die Funktion „MyBest“: Damit ist es künftig möglich, die besten Teilergebnisse aus mehreren Versuchen im TOEFL-Test in den letzten zwei Jahren zu einem sogenannten „Superscore“ zusammenzufügen und somit eine höhere Gesamtpunktzahl zu erzielen. Bei der Übermittlung der Ergebnisse an Universitäten und andere Stellen wird dieser „MyBest“-Score automatisch mitgeschickt. Näheres zu den Änderungen hier.

Statt TOEFL: Immer mehr US-Unis akzeptieren Duolingo Englischtest

Zahlreiche Colleges und Universitäten in den USA akzeptieren inzwischen den Duolingo Englischtest als vollwertige Alternative zu den gängigen Sprachprüfungen TOEFL und IELTS. Das ist eine gute Nachricht für alle, die nicht in der Nähe eines offiziellen Testzentrums wohnen, wenig Geld zur Verfügung haben oder binnen 48 Stunden einen gültigen Englischnachweis benötigen. Die Firma Duolingo, die vor allem für ihre Sprachlern-App bekannt ist, mit der Millionen Menschen auf der Welt kostenlos und spielerisch Fremdsprachen lernen, hat kürzlich eine aktualisierte Liste von Hochschulen veröffentlicht, die den Duolingo Englischtest entweder ergänzend oder sogar komplett als Englischnachweis für die Zulassung zum Bachelorstudium akzeptieren. Für die USA finden sich darunter so illustre Namen wie Columbia University, Yale University, Duke University, Georgia Institute of Technology, Johns Hopkins University, Washington University St. Louis, Swarthmore College, University of Vermont oder die Rhode Island School of Design.

Was ist der Duolingo Englischtest?

Der Duolingo Englischtest ist eine rund 45-minütige Prüfung, die man bequem vom heimischen Computer aus absolvieren kann. Nötig sind allein eine stabile und einigermaßen schnelle Internetverbindung, ein Mikrofon und eine Webcam. Außerdem muss man sich allein in einem gut beleuchteten, ruhigen Raum befinden und darf natürlich keine Hilfsmittel benutzen – wozu auch die Notwendigkeit gehört, den Blick ständig auf den Bildschirm zu richten, um nicht in Verdacht zu geraten, von irgendeinem Zettel auf dem Schreibtisch etwas abzulesen. Der Test selbst besteht aus verschiedenen Aufgaben zum Lese- und Hörverständnis. Außerdem müssen schriftliche und mündliche Antworten formuliert werden, wobei die mündlichen Aussagen von der Webcam aufgezeichnet und auch in dieser Form (also inkl. Video) an die Unis übermittelt werden.

Der Clou dabei ist, dass die Antworten anhand von komplexen Algorithmen maschinell ausgewertet werden und das Testergebnis (0 bis 100 Punkte) somit sehr schnell, innerhalb von 48 Stunden, zur Verfügung steht und an die Universitäten übermittelt werden kann. Für die Unis hat das den Vorteil, dass sie nicht nur einen abstrakten numerischen Score erhalten, sondern die Möglichkeit haben, Bewerbern beim Sprechen zuzusehen und somit auch einen kleinen Eindruck von der Persönlichkeit zu bekommen. Für die Bewerber besteht der Vorteil darin, dass sie ihre Englischkenntnisse unabhängig von den festen Terminen und Testzentren für TOEFL oder IELTS nachweisen können. Und Geld spart man auch noch, denn statt mehr als 200 Euro für TOEFL oder IELTS betragen die Kosten für den Duolingo Englischtest lediglich 49 US-Dollar. Für diese Gebühr darf man sein Ergebnis anschließend sogar an eine unbegrenzte Anzahl von Hochschulen verschicken.

Was vor Jahren noch für erhebliche Skepsis sorgte – ich erinnere mich an die Reaktionen vieler Unis, als der Test erstmals auf internationalen Konferenzen vorgestellt wurde – beginnt sich immer mehr durchzusetzen. Nicht nur weil die Technik stetig weiter verfeinert wird, sondern auch, weil den US-Unis daran gelegen sein muss, die erheblichen Kosten, die bereits im Vorfeld einer Bewerbung entstehen – unter anderem für die diversen Sprach- und Eignungstests – zu reduzieren und auch Menschen in Weltregionen ohne Zugang zu Testzentren eine Bewerbung zu ermöglichen.

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